Iran: „Zeit schinden, um Atombomben zu bauen“

Iran
„Zeit schinden, um Atombomben zu bauen“

Däumchen drehen oder Daumenschrauben anziehen? Das ist die Frage, wenn die Uno -Atombehörde IAEA heute ihren Bericht über das iranische Atomenergieprogramm vorlegt. Denn mit großer Sicherheit wird die Stellungnahme kritisch ausfallen. Dem britschen Sender BBC zufolge haben die Amerikaner schon einmal mögliche Angriffsziele im Iran festgelegt.

BERLIN/GENF. Trotz der Aufforderung des Uno-Sicherheitsrats am 23. Dezember hat Iran seine Urananreicherung nicht ausgesetzt. Stattdessen sandte Teheran auch am Mittwoch erneut widersprüchliche Signale aus. Man wolle verhandeln – aber nicht zu den Bedingungen der internationalen Gemeinschaft, die dafür ein zumindest vorübergehendes Aussetzen der Urananreicherung fordert.

Diplomaten am Sitz der IAEA in Wien bestätigten deshalb, dass der bevorstehende Bericht über die Atomaktivitäten des Mullah-Regimes negativ ausfallen werde. Daran änderten auch das in letzter Minute angesetzte Treffen von IAEA-Generaldirektor Mohammed el Baradei mit Irans Atomchefunterhändler Ali Laridschani und die betont sanften Töne der Iraner nichts mehr.

Der Bericht der Behörde wird ein düsteres Bild zeichnen: Teheran habe bislang die Kernforderungen des Uno-Sicherheitsrates ignoriert. So reichere der Iran weiter Uran an baue weiter an dem Schwerwasserreaktor in Arak. Die Iraner können angereichertes Uran zum Bau einer Atombombe verwenden. Ebenso können die Iraner beim Betrieb ihres Schwerwasserreaktors Material für den Atombombenbau entnehmen. Zudem sei die Kooperation der Iraner mit den IAEA-Inspekteuren nicht zufrieden stellend. Laut den Kreisen habe Iran mindestens 38 IAEA-Inspekteure abgelehnt.

Deshalb wird ab heute erneut die Debatte beginnen, wie man den Iran in die Schranken weisen soll. Oberstes Ziel – hierüber ist sich die so genannte Sechser-Gruppe aus USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China einig – ist es, dass Iran über keine Atomwaffen verfügen soll. Damit endet aber auch schon die Übereinstimmung. Die USA drängen nun auf eine schärfere zweite Resolution des Sicherheitsrats mit weiteren Sanktionen, die mittlerweile auch von den Briten befürwortet werden.

Deutschland und Frankreich sind dazu im Prinzip zwar auch bereit, dringen aber darauf, unbedingt die zögernden Russen und Chinesen mit im Boot zu haben. Einseitige Sanktionen könnten Iran nicht unter Druck setzen, so die Warnung. Denn Devisen erwirtschaftet das Land mit Rohstoffverkäufen nach Osten. „Und wer den Iran über Sanktionen in die Knie zwingen will, müsste erst die Schweiz und die Emirate abriegeln“, sagte der Vertreter eines EU-Landes in Teheran mit Verweis auf die in beiden Ländern geparkten Gelder der iranischen Führung.

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