Iranischer Atom-Unterhändler tritt zurück
Laridschani gibt sein Amt auf

Der iranische Atom-Unterhändler Ali Laridschani ist nach Angaben mehrerer Nachrichtenagenturen zurückgetreten. Präsident Mahmud Ahmadinedschad habe das Rücktrittsgesuch bereits akzeptiert. Nun wird über die Hintergründe gerätselt.

HB TEHERAN. Laridschani wolle sich auf „andere politische Tätigkeiten“ konzentrieren, teilte ein Regierungssprecher in Teheran mit. Nachfolger solle der stellvertretende Außenminister Said Dschalili werden. Er soll schon am kommenden Dienstag anstelle von Laridschani in Rom mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana zusammentreffen. Der Termin werde wie geplant stattfinden, sagte Regierungssprecher Gholam Hussein Elham auf einer Pressekonferenz.

Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin der Europäischen Union (EU). „Solana hält seine Reisepläne aufrecht und wird jeden hochrangigen Unterhändler treffen, den die Iraner entsenden.“ Unter EU-Diplomaten hieß es, Dschalili werde dieser Unterhändler sein. Ein iranischer Regierungssprecher sagte, eine Teilnahme Laridschanis selbst bei den Gesprächen sei nicht ausgeschlossen. „Es gibt keinen Hinderungsgrund für Herrn Laridschanis Präsenz bei den Gesprächen“, sagte der Sprecher.

Laridschani vertrat in internationalen Verhandlungen die iranische Position im Streit um das Nuklearprogramm seines Landes. Er habe wiederholt um seine Demission gebeten, sagte der Regierungssprecher. Schließlich habe Präsident Mahmud Ahmadinedschad das Rücktrittsgesuch akzeptiert. Der Wechsel im Amt des Chefunterhändlers trete mit sofortiger Wirkung in Kraft. Experten werten die Wahl Dschalilis als Zeichen dafür, dass in Teheran die Hardliner im Atomstreit mit dem Westen an Einfluss gewinnen.

Zu den Hintergründen des Rücktritts von Laridschani gab es von offizieller Seite zunächst keine Informationen. Einige Beobachter hatten darauf verwiesen, dass es zwischen Laridschani und Ahmadinedschad Differenzen über das weitere Vorgehen im Atomstreit gegeben habe. Grundsätzlich seien sich beide Politiker jedoch einig gewesen, dass es keine Aussetzung des Programms geben werde. Diese Position vertrat Laridschani bei seinen diversen Gesprächen mit dem Chef der UN-Atombehörde Mohammed El Baradei und mit Solana. Das letzte Wort in allen politischen Angelegenheiten des Irans, einschließlich der Atomaktivitäten, hat der geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomnutzung nach Kernwaffen zu streben. Der Iran bestreitet dies.

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