Iranisches Atomprogramm
„Die Uhr tickt in Iran“

Unmittelbar vor Beginn der zweiten Amtszeit von Mahmud Ahmadinedschad wächst der internationale Druck auf Teheran, bei dem umstrittenen Atomprogramm einzulenken. Vor allem die USA drängen darauf, bereits im September neue Wirtschaftssanktionen auch gegen Irans Öl- und Gassektor zu beschließen. Indes wächst der Druck auf deutsche Firmen in Iran.

BERLIN. Zugleich deutet sich an, dass auch die deutsche Wirtschaft wegen der umstrittenen Präsidentschaftswahlen auf größere Distanz zur iranischen Führung geht.

Bereits auf dem G8-Gipfel Mitte Juli hatten die westlichen Industriestaaten und Russland Iran eine Frist bis September gesetzt, um auf das Angebot zu neuen Gesprächen im Atomstreit zu reagieren. Vor allem Washington macht nun Druck - auch wenn die Regierung von Präsident Barack Obama betont, dass sie das Angebot direkter Gespräche mit Teheran aufrechterhält.

Grund für den neuen Druck ist zum einen die wachsende Skepsis, dass Ahmadinedschad angesichts der inneriranischen Machtkämpfe positiv auf das Angebot der internationalen Gemeinschaft reagieren wird. Er beginnt diese Woche seine zweite Amtszeit. Zum anderen ist die Regierung in Washington alarmiert über die fortgesetzte Urananreicherung. Vor allem die westlichen Länder fürchten, dass Iran dieses Uran nicht - wie behauptet - allein für den Betrieb von Kernkraftwerken, sondern auch für den Bau von Atomwaffen nutzen will. "Die Uhr tickt in Iran", betonte jetzt ein hochrangigerer Regierungsvertreter in Washington. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte bei einem Besuch in Israel warnend auf die September-Frist hingewiesen. Hintergrund ist auch die wachsende Sorge, dass Israel im Alleingang losschlagen könnte, um eine nukleare Bewaffnung Irans zu verhindern.

Bisher hat die Uno die Sanktionen gegen Iran in drei Sicherheitsratsresolutionen schrittweise verschärft. Derzeit richten sie sich vor allem gegen iranische Personen und Einrichtungen, die in das iranische Atom- und Raketenprogramm eingebunden sind. Auch Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben aber bereits angedeutet, dass sie zu einer Verschärfung der Sanktionen bereit sind. Nach Vorstellung der USA sollten diese erstmals auch Irans Öl- und Gassektor treffen.

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