Irans Atomprogramm
Spannungen vor Atomgesprächen

Am Samstag sollen die Verhandlungen zwischen dem Iran und den UN-Vetomächten und Deutschland beginnen. Vor den Gesprächen bahnen sich Konflikte an. Der Iran will von den USA genannte Vorbedingungen nicht akzeptieren.

Der Iran lehnt bei den ersten Atomverhandlungen seit mehr als einem Jahr die von den USA genannten Vorbedingungen ab. Die Islamische Republik werde nicht akzeptieren, dass vor Gesprächsbeginn Ansprüche gestellt würden, zitierte die Nachrichtenagentur des iranischen Parlaments am Montag Außenminister Ali Akbar Salehi.
Laut der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton beginnen die Verhandlungen am Samstag in Istanbul. Die Europäische Union hat bestätigt, dass die neuen Atomgespräche mit dem Iran am Samstag in Istanbul beginnen. Die EU erhoffe sich von dem Treffen „Ergebnisse, die ein Vorankommen erlauben“, sagte ein Sprecher der Außenbeauftragten Catherine Ashton am Montag in Brüssel. Die vorangegangenen Gespräche der 5+1-Gruppe mit dem Iran waren im Januar 2011 in Istanbul ergebnislos abgebrochen worden. Der 5+1-Gruppe gehören die Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland an.

Im Vorfeld der neuen Gespräche deutete sich Streit um die erst kürzlich vollendete iranische Atomanlage Fordo an. Während der Westen nach einem Bericht der „New York Times“ die Schließung der Anlage verlangen will, sprach der Chef des iranischen Atomprogramms, Fereidun Abbassi Davani, von „unlogischen Forderungen“.
Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi sagte in einer Erklärung am Montag, er hoffe auf einen Fortschritt bei den Gesprächen. „Wir werden ernsthaft versuchen, die Gespräche für beide Seiten in einer Win-Win-Situtation enden zu lassen, in der Iran seine Rechte bekommt und die Sorgen der 5+1-Gruppe ausgeräumt worden.“ Allerdings erst wenn genügend davon gelagert sei. Das Land werde weiterhin niedriger angereichertes Uran für die Energiegewinnung herstellen, Anreicherungen auf höherem Niveau seien nicht Teil des Langzeitplans des Iran. „Wenn der Bedarf gedeckt ist, werden wir die Produktion herunterfahren und wenn möglich komplett auf 3,5 Prozent reduzieren“, sagte Abbasi.

Uran muss bis auf 90 Prozent angereichert werden, damit es für eine Atomwaffe verwendet werden kann, aber die vom Iran bereits erreichten 20 Prozent nährten die Sorge, dass sich das Land der Produktion von waffenfähigem Uran deutlich angenähert hat. Bei 20 Prozent Anreicherung kann es für medizinische Forschungen und Behandlungen eingesetzt werden.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, dessen Land sich durch das iranische Atomprogramm direkt bedroht fühlt, warf dem Iran am Sonntag vor, die Gespräche mit dem Westen nutzen zu wollen, um „Zeit zu gewinnen“ und die Welt in die Irre zu führen. Sein Land werde die Atomgespräche genauestens verfolgen, kündigte Netanjahu an. Israel fühlt sich vom Iran in seiner Existenz bedroht und erwägt einen Angriff auf die Atomanlagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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