Irans Atomprogramm
Verhandlungen gehen vorerst zu Ende

Nach drei Tagen wird Bilanz gezogen: Was hat das erste Folgetreffen nach dem historischen Durchbruch von Genf gebracht? Zumindest soll man sich auf weitere Gespräche im März geeinigt haben, ließ Teheran verkünden.
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WienDie Verhandlungen in Wien über das umstrittene iranische Atomprogramm werden am Donnerstag beendet. Am Vormittag wollen die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif über das Ergebnis informieren.

Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi sagte laut iranischer Nachrichtenagentur Irna, die Gesprächspartner hätten sich auf einen Fahrplan für die weiteren Verhandlungen über ein umfassendes Abkommen geeinigt. Die nächste Runde finde vom 17. bis 20. März in Wien statt, sagte Araghchi nach Angaben des iranischen Senders Press TV. Ein westlicher Delegierter sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Äußerungen Araghchis seien „nicht falsch“.

Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow gab sich sehr optimistisch über die Erfolgsaussichten. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass geht er davon aus, dass ein Abkommen vor dem 20. Juli unterschrieben werden könnte.

Seit Dienstag hatten die fünf UN-Vetomächte (USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschland (5+1-Gruppe) mit dem Iran weitere Schritte zur Lösung des Atomstreits beraten.

Von allen Seiten war immer wieder die positive Atmosphäre während der Verhandlungen hervorgehoben worden. Nach bisherigen Planungen sollte der jahrelange Streit innerhalb von sechs Monaten mit einer „umfassenden Lösung“ beigelegt werden. Die Wiener Gespräche waren das erste Folgetreffen der Verhandlungen in Genf, wo im November 2013 das Tauwetter zwischen dem Iran und den UN-Vetomächten zu einem Zwischenabkommen geführt hatte.

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms heimlich Kernwaffen zu entwickeln. Iran bestreitet das.

Ashton, die an der Spitze der 5+1-Gruppe verhandelt hatte, muss am Donnerstag zu einer Sondersitzung der EU-Außenminister wegen der Krise in der Ukraine nach Brüssel fliegen. Vorher wird sie voraussichtlich zunächst eine weitere Gesprächsrunde in Wien leiten.

Zu den Problemen zählt der Schwerwasserreaktor in Arak, dessen Plutonium auch für den Bau einer Atombombe geeignet wäre. Außerdem gibt es Differenzen bei der Deckelung der Urananreicherung auf fünf Prozent. Während der Iran bis zu dieser Grenze auch mit modernsten Zentrifugen arbeiten will, sieht die 5+1-Gruppe das als unerwünschten technologischen Fortschritt, der die Fähigkeit des Landes zum Bau einer Atombombe begünstige. Schließlich möchten die UN-Vetomächte, dass der Iran das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, um intensive Inspektionen der Atomanlagen abzusichern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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