Irland und Brexit
Unternehmenssteuern runter, Ausgaben rauf

In Irland ist ein Haushaltsentwurf vorgestellt worden, mit dem man dem Brexit den Kampf ansagen will. Geplant sind Steuersenkungen und höhere Ausgaben. Die Opposition bezeichnet die Regierungspläne als „jämmerlich“.

DublinIm Kampf gegen die Brexit-Folgen setzt die irische Regierung auf niedrigere Unternehmenssteuern und höhere Ausgaben. Finanzminister Michael Noonan stellte am Dienstag einen Haushaltsentwurf vor, der auch Hilfen für Exportunternehmen vorsieht. Ihre Gewinne brechen weg, weil das britische Pfund seit dem Brexit-Votum im Vergleich zum Euro fast ein Fünftel seines Wertes verloren hat. „Die britische Entscheidung zum Austritt aus der Europäischen Union ist eine echte Bedrohung für unsere Wirtschaft“, sagte Noonan.

Konkret will die Regierung Steuern für Selbstständige senken, die vergünstigte Mehrwertsteuer für die Tourismusbranche beibehalten und exportabhängigen Bauern günstige Darlehen gewähren. Die wichtigste Oppositionspartei Fianna Fail bezeichnete die Pläne als „jämmerlich“. In ganz Europa seien bessere Vorkehrungen für den Brexit getroffen worden, sagte ihr finanzpolitischer Sprecher, Michael McGrath. Auch der Wirtschaftsverband Ibec kritisierte die Pläne. Der Haushalt unterscheide sich kaum von einem, den es ohne Brexit gegeben hätte.

Die irische Wirtschaft wächst zwar schneller als in jedem anderen EU-Land. Sie ist aber wegen der traditionell engen Beziehungen zum Königreich für die Brexit-Folgen besonders anfällig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%