IS-Anschlag in Tunesien

Touristen reisen ab

Nach dem Terroranschlag in Tunesien droht dem Tourismussektor des Landes massiver Schaden. Die großen Reiseveranstalter bieten ihren Kunden an, geplante Urlaube nach Tunesien kostenlos umbuchen oder stornieren zu können.
Update: 28.06.2015 - 10:36 Uhr Kommentieren

Dutzende Tote bei Anschlag auf Strandhotel

TunisDer Tourismussektor in Tunesien leidet nach dem Terroranschlag. Der große Reiseveranstalter Tui flog bereits mindestens 80 Gäste aus. Britische Anbieter stellten mindestens zehn Flugzeuge bereit, um Tunesien-Touristen nach Hause zu holen. An den Stränden des Badeortes Sousse, in dem am Freitag 38 Menschen von einem mutmaßlich islamistischen Täter erschossen worden waren, herrschte vor allem Leere.

Tunesiens Regierungschef Habib Essid kündigte an, der Kampf gegen den Terrorismus sei nun nationale Aufgabe. Der nationale Sicherheitsrat beschloss, bis zu 80 Moscheen zu schließen, in denen Extremisten verkehren sollen. Außerdem sollen verdächtige Parteien oder Vereine eventuell aufgelöst werden.

Unter den Opfern des Anschlags ist mindestens ein Deutscher. Wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Samstagabend in Berlin mitteilte, wurde zudem mindestens eine weitere Deutsche verletzt. Es werde zudem nicht völlig ausgeschlossen, dass noch einige weitere Deutsche unter den Opfern sind. Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums dürfte es sich bei der Mehrzahl der Opfer um Briten handeln.

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

Zu dem Angriff auf das Strandhotel „Imperial Marhaba” am Mittelmeer bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung hieß es, ein „Soldat des Kalifats” habe den „abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens” angegriffen. Der Attentäter war von Sicherheitskräften erschossen worden.

Viele Vermisstenfälle hätten inzwischen aufgeklärt werden können, sagte Steinmeier. „Jedoch können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht völlig ausschließen, dass noch einige wenige Deutsche unter den Opfern sind.“ Das Auswärtige Amt arbeite mit den Sicherheitsbehörden am Ort und dem Innenministerium daran, dass auch in diesen Fällen schnellstmöglich Klarheit herrsche.

Nach den tunesischen Angaben sind inzwischen 10 der 38 Getöteten identifiziert. Darunter seien auch acht Briten und eine Belgierin. Die Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will am Montag nach Sousse reisen.

Der mutmaßliche Täter war ein tunesischer Student, der am Freitag das Hotel „Imperial Marhaba“ in Sousse überfallen hatte, rund 120 Kilometer von der Hauptstadt Tunis entfernt. Laut Augenzeugen zückte er am belebten Strand des Hotelkomplexes eine Waffe und eröffnete das Feuer. Sicherheitskräfte töteten ihn.

Schwerer Schaden für den Tourismussektor befürchtet
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