IS auf dem Vormarsch
Türkei verstärkt Grenze zu Syrien mit Panzern

Milizen des IS rücken offenbar immer näher auf die kurdische Grenzstadt Kobane im Norden Syriens zu. Die Stadt ist unter schwerem Artillerie-Beschuss. Unterdessen verstärkt die Türkei die Stellungen an der Grenze.
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DamaskusDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rückt immer näher an die kurdische Stadt Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) im Norden Syriens heran. Die Extremisten seien nur noch vier bis sieben Kilometer von dem Ort entfernt, sagte der Präsident der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, am Montag.

Das von den USA geführte Bündnis griff im Norden und Osten Syriens erneut wichtige Infrastruktur unter IS-Kontrolle an. US-Präsident Barack Obama räumte ein, dass die USA die Terrormiliz unterschätzt hätten. Syrien warf den USA unterdessen eine Doppelmoral im Kampf gegen den Terrorismus vor.

Die Extremisten griffen Kobane aus allen Richtungen an, sagte Anwar Muslim am Telefon. Sie beschössen die Stadt mit schwerer Artillerie. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, mindestens drei Menschen seien dabei ums Leben gekommen und weitere verletzt worden. Die Terrormiliz habe am Montag 17 Granaten auf das Zentrum von Kobane abgefeuert.

Die Dschihadisten versuchen seit Tagen, Kobane einzunehmen. Vor mehr als einer Woche hatten sie Dutzende Dörfer im Umland unter ihre Kontrolle gebracht und eine Massenflucht Richtung Türkei ausgelöst. Die Orte liegen an der türkischen Grenze in einer Enklave, die von den kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wird.

Die Terrormiliz kontrolliert im Norden und Osten Syriens bereits rund ein Drittel der Fläche des Landes. Auch im Irak beherrscht sie riesige Gebiete.

Augenzeugen berichteten, die Türkei habe ihre Militärpräsenz an der Grenze unter anderem mit Panzern verstärkt. Auf der türkischen Seite der Grenze schlug erneut mindestens eine Mörsergranate aus der umkämpften syrischen Region ein.

Im Distrikt Suruc sei ein Geschoss auf freiem Feld detoniert, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Schon am Sonntag waren mehrere Granaten auf der türkischen Seite der Grenze eingeschlagen, eine davon in einem Wohnhaus.

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  • Die Stadt KObane wird von allen Seiten mit schwerer Artillerie beschossen durch die IS. Artillerie sind keine Handfeuerwaffen sondern weit sichtbar. Wo sind die Kampfflugzeuge?

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