IS-Drohung
Die Queen im Fadenkreuz

Elizabeth II. verkörpert wie keine andere Führungspersönlichkeit auf der Insel das unverwüstliche, weltoffene Großbritannien. Doch die jüngste Warnung britischer Dschihadisten dürfte auch die Queen nicht kalt lassen.
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LondonElizabeth Alexandra Mary Windsor hat schon so einiges erlebt. Die 89-Jährige, besser bekannt als Elizabeth II., verkörpert wie keine andere Führungspersönlichkeit auf der Insel das unverwüstliche, weltoffene Großbritannien. Dennoch dürfte die jüngste Warnung die seit Februar 1952 als Staatsoberhaupt an der Spitze Großbritanniens stehende Queen nicht völlig unbeeindruckt lassen.

So sorgt die britische Zeitung „Daily Mail“ mit einem Bericht für Wirbel, wonach IS-Terroristen einen Anschlag auf die Queen planen. Demnach wollen britische Dschihadisten die Königin am kommenden Wochenende im Zuge der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg mit einer selbst gebauten Bombe töten. Ein Horrorszenario, auf das die Polizei allerdings betont gelassen reagiert. „Es ist immer hilfreich, wenn Journalisten ihre Informationen über mögliche terroristische oder kriminelle Aktivitäten mit uns teilen“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Queen im Fadenkreuz? Detailliert berichtet die „Daily Mail“ über den angeblichen Anschlagsplan. Unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen und Geheimdienstberichte schreibt die Zeitung von einer „speziellen Bedrohung“, die von Anführern des Islamischen Staates in Syrien gesteuert werde. Polizei und Geheimdienst befänden sich derzeit in einem „Rennen gegen die Zeit“, um diese Pläne zu vereiteln. Die Sicherheitsvorkehrungen für die Veranstaltungen am nächsten Wochenende würden nun „eilig überprüft“.

Buckingham Palace und Scotland Yard wollten dazu nicht näher Stellung nehmen. „Die Polizei und ihre Partner bleiben wachsam gegenüber jeglichen terroristischen Bedrohungen aus dem In- oder Ausland gegen das Vereinigte Königreich“, erklärte ein Polizeisprecher lediglich.

So diffus die Quellenlage, so ausführlich sind die Informationen des Boulevardblattes. So werden auf einer Doppelseite gleich mehrere mögliche Anschlagorte entlang der Umzugsroute von Buckingham Palace bis Westminster Abbey genannt. Am Samstag wird in der britischen Hauptstadt der so genannte VJ Day gefeiert, was „Victory in Japan“, also „Sieg in Japan“ heißt. Mit der Zeremonie soll dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht werden. Doch nun legt sich ein langer Schatten über die Feierstunde.

Der Angriff solle „möglichst spektakulär“ werden, heißt es. Sofern erfolgreich, seien Hunderte Todesopfer zu befürchten. Dezidiert erwähnt wird in dem Bericht Prince Charles, der ebenfalls ein „mögliches Ziel“ sei. Der Umzug, an dem auch Premier David Cameron sowie rund 1000 Veteranen und deren Familien teilnehmen, wird von der BBC am Samstag live übertragen.

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