IS-Miliz und ihre Partner
Wie die Terroristen an Waffen kommen

Jede vierte Waffe kommt aus China, jede fünfte aus den USA: Die IS-Terrormiliz kämpft mit teils hochmodernem Kriegsgerät. Einst war es zur Stabilisation der Region gedacht. Wie es in die Hände der Terroristen gelangte.
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DüsseldorfDie Leinen des Fallschirms sind zum Teil nach an den Kisten befestigt. Ein IS-Kämpfer mit schwarzer Sturmmaske, Armeekleidung und Gewehr über der Schulter präsentiert die Beute. Es ist eine Waffenladung, die die USA offenbar fälschlicherweise nicht über von Kurden, sondern vom Islamischen Staat (IS) kontrollierten Gebiet abgeworfen hat.

Der Kämpfer in dem Video der Extremisten geht von Kiste zu Kiste, öffnet sie und zeigt Patronen, Gewehrmunition, Granaten. Auf einem der Behälter der Granaten ist deutlich die Aufschrift „DM41“ zu lesen – die Typbezeichnung eines älteren deutschen Fabrikats.

Aus welchen Beständen die Waffen stammen und wie sie den Weg nach Syrien gefunden haben, ist unklar. Denn laut Bundeswehr sind Granaten des im Video gezeigten Typs nicht kürzlich an die kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nordirak geliefert worden. Vielmehr hätten die Kurden dort das Nachfolgemodell „DM51“ erhalten.

Selbst wenn das Video und mit ihm die deutschen Granaten ein Fake sein sollten, das auf das Konto der „Öffentlichkeitsarbeit“ des IS geht, ist unbestritten, dass die Miliz über ein umfangreiches Waffenarsenal verfügt. Im Gegensatz etwa zu den Kurden in Kobane, die mit gerade zu Beginn der Kämpfe vor Monaten mit fast ausschließlich veraltetem Kriegsgerät versuchen, ihre Stadt zu halten, sind die islamistischen Kämpfer deutlich besser ausgestattet. Sie verfügen über etwa über Haubitzen, Maschinengewehre und Panzer – teils abenteuerlich zusammengeschustert, teils hochmodern. Viele der Waffen kommen aus den USA und China.

Untersucht hat Ursprung und Wege der Waffen die Nichtregierungsorganisation Conflict Armament Research, die Daten von 1700 erfasstem Kriegsgerät in Syrien und im Irak ausgewertet hat. Die Feldstudie, Teil eines von der Europäischen Union finanzierten, fortlaufenden Projekts, hat zum Ziel, Waffen der militanten Gruppe und Waffenquellen zu identifizieren. Die Stichprobe ist nicht umfassend, wirft aber ein Schlaglicht auf die militärische Stärke des IS.

Kommentare zu " IS-Miliz und ihre Partner: Wie die Terroristen an Waffen kommen"

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  • >> Wie die Terroristen an Waffen kommen >>

    http://rt.com/op-edge/197480-isis-west-terrorism-mythology/

  • Bürger sind gegen Extremistengruppen die ungehindert reinkommen und für Einsätze benutzt werden.

    Deutschland wird zur Rekrutierung missbraucht.

    Politik duldet das auch noch.

    Kommt zur Anti-Demo !

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