IS-Offensive Terrormiliz dringt in Rebellenhochburg ein

Die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat gewinnen im Norden Syriens so viel Boden wie seit zwei Jahren nicht. Leidtragende der Offensive sind die mehr als 160 000 Zivilisten, die im Kampfgebiet eingeschlossen sind.
Die Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahmen nahe der Stadt Asas an der Grenze zur Türkei laut Berichten mehrere Orte ein. Quelle: dpa
Asas in Syrien

Die Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahmen nahe der Stadt Asas an der Grenze zur Türkei laut Berichten mehrere Orte ein.

(Foto: dpa)

BeirutDie Terrormiliz Islamischer Staat gewinnt bei ihrer größten Offensive in Nordsyrien in den vergangenen zwei Jahren weiter an Boden. Am Samstag drangen die Extremisten in die Stadt Marea ein und lieferten sich dort Gefechte mit gemäßigten Gegnern von Präsident Baschar al-Assad, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die IS-Nachrichtenagentur Aamak berichteten. Mehr als 160.000 Menschen saßen im Kampfgebiet fest.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR äußerte sich zutiefst besorgt über die Lage der Bewohner der Region. „Fliehende Zivilisten geraten ins Kreuzfeuer und haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, Essen, Wasser und Sicherheit“, hieß es in einer Erklärung. Das Internationale Rettungskomitee IRC berichtete, dass die Menschen vor allem in der nahe gelegenen Rebellenhochburg Asas um ihr Leben fürchteten. Mindestens vier ganze Familien seien außerhalb der Stadt am Freitag getötet worden. Das IRC zog seine Mitarbeiter aus Lagern für Frauen und Kinder in Asas ab. Auch Ärzte ohne Grenzen evakuierte sein Krankenhaus in Asas.

Die IS-Offensive in dem Gebiet nahe der türkischen Grenze hatte am Donnerstagabend begonnen. Es handelt sich um den bedeutendsten Vormarsch der islamistischen Extremisten in der Provinz Aleppo seit zwei Jahren. Am Freitag hatten sie sechs Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht und waren bis auf drei Kilometer an Asas herangerückt. Am Samstag hätten sich vor Marea zunächst zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und den Weg für die nachrückenden Kämpfer freigemacht, berichtete Aamak.

Asas und Umgebung werden von gemäßigten Rebellen der Syrischen Freien Armee, aber auch von einigen radikalislamischen Fraktionen kontrolliert. Zehntausende Syrer aus anderen Teilen des Landes hatten in Asas Zuflucht gesucht. Andere Städte in Aleppo wurden derweil von Kampfflugzeugen und Helikoptern der syrischen Regierung attackiert und brachten die von der Türkei und Saudi-Arabien unterstützten Rebellen weiter in Bedrängnis, wie die Beobachtungsstelle meldete.

Die oppositionelle Syrische Nationalkoalition rief die Weltgemeinschaft auf, die Bewohner der Region vor dem IS und der Assad-Luftwaffe zu schützen. „Indem er die Belagerung von Marea verschärft, folgt der IS in die Fußstapfen des Assad-Regimes, das Belagerungen von Orten und Städten als Kriegswaffe nutzt“, hieß es in einer Erklärung.

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

Aber auch der IS kam unter Beschuss. 104 Kämpfer der Terrormiliz seien durch türkischen Beschuss und Luftangriffe der US-geführten Koalition ums Leben gekommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Sieben vom IS genutzte Gebäude seien in der Nacht zerstört worden. Die Angriffe seien eine Reaktion auf Raketenbeschuss aus Syrien auf die südtürkische Stadt Kilis gewesen. Dort seien fünf Menschen verletzt worden.

Am Samstag reagierte das türkische Militär nach eigenen Angaben auch auf einen Angriff mit zwei Raketen, die in einem Feld in der Nähe des Orts Oguzeli einschlugen. Nach einem Bericht der Agentur Dogan schlug ein Geschoss in einem Garten in der Nähe des Flughafens Gaziantep ein, richtete aber keine Schäden an.

  • ap
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