IS rückt wieder vor
Tausende Iraker fliehen vor Terrormiliz

Die Terrormiliz ist wieder auf den Vormarsch: IS-Truppen haben Teile der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi erobert. Mehr als 2000 Familien sollen Richtung Bagdad geflohen sein. Der IS will die Stadt komplett einnehmen.
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BagdadEine neue Offensive der Terrormiliz Islamischer Staat im Westen des Irak hat eine Flüchtlingswelle ausgelöst. Mehr als 2000 Familien seien aus der Provinz Anbar geflohen und hausten nun am südlichen und westlichen Stadtrand von Bagdad, erklärte das Einwanderungs- und Flüchtlingsministerium am Donnerstag. Die Situation sei schwierig, sagte Sprecher Sattar Nowrus. Zelte, Essen und andere Hilfsgüter würden zu den Menschen gebracht.

Am Mittwoch hatte der IS drei Dörfer in der Nähe von Ramadi, der Provinzhauptstadt von Anbar, erobert. Nach eigener Darstellung hat der IS sogar sechs Regionen östlich von Ramadi unter Kontrolle, wie die spezialisierte Webseite Site meldete. Ramadi selbst scheint das nächste Ziel der Kämpfer zu sein. In der Region brachen Kämpfe mit irakischen Soldaten aus. Das Bündnis unter Führung der USA unterstützte die irakischen Truppen mit Luftangriffen.

Auch am Donnerstag gab es vereinzelte Gefechte, wie Sicherheitsbeamte in Ramadi berichteten. Die Stadt sei entvölkert, die Straßen leer und die Geschäfte geschlossen, hieß es. Das Zentrum ist noch unter Kontrolle der Regierungstruppen.

Ramadi und die östlich davon gelegene Stadt Falludscha waren während der US-Besatzung der Jahre 2003 bis 2011 wichtige Stützpunkte des Terrornetzwerks Al-Kaida. Teile des irakischen Al-Kaida-Ablegers gingen letztlich im IS auf. Dieser eroberte als erstes im Januar 2014 Falludscha und im Juni die Stadt Mossul und weitere Teile des Irak. Auch Syrien ist zu etwa einem Drittel unter Kontrolle des IS.

Die irakischen Truppen hatten sich zuletzt Geländegewinne zugute gehalten, unter anderem die Rückeroberung der Stadt Tikrit. Die Offensive des IS wird als Reaktion darauf gewertet.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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