IS-Terror
Frankreich zieht bei Luftschlägen mit

François Hollande, daheim umstritten und unpopulär, widmet sich vor allem den Krisen durch den Terrorismus. Auch Frankreich wird die IS im Irak nun aus der Luft angreifen. Auch die Bundesregierung diskutiert.
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ParisFrankreich beteiligt sich mit eigenen Kampfjets an den US-geführten Luftangriffen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak. Diese Entscheidung teilte Staatspräsident François Hollande am Donnerstag in Paris mit. Frankreich reagiere damit auf die Bitten der irakischen Regierung nach Luftunterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz, sagte er zur Autorisierung von Lufteinsätzen.

„Weiter werden wir nicht gehen, es wird keine Bodentruppen geben und wir werden nur im Irak intervenieren“, erläuterte Hollande. Er hatte bei einem Besuch in Bagdad bereits französische Hilfe aus der Luft in Aussicht gestellt. Die Luftschläge würden rasch erfolgen, sobald die geeigneten Ziele für die Luftangriffe bestimmt seien. Dann werde auch das Parlament für eine Debatte informiert. „Unser Ziel ist es, zu Frieden und Sicherheit im Irak beizutragen, indem wir die Terroristen schwächen“, sagte Hollande. Es gehe dabei nicht zuletzt auch um die Sicherheit Frankreichs. Paris hatte schon damit begonnen, den kurdischen Kämpfern im Nordirak Waffen zu senden. Anfang der Woche hatten französische Rafale-Kampfjets mit Aufklärungsflügen über dem Irak begonnen.

Ein kämpferischer François Hollande hat zudem einem vorzeitigen Amtsverzicht eine Absage erteilt. Man solle seine Bilanz nach dem Ende seines fünfjährigen Mandats im Jahr 2017 abwarten, sagte Hollande am Donnerstag in Paris. „Ich werde an meinem Platz bleiben“, so der sozialistische Staatschef auf der mehrstündigen Pressekonferenz zur Halbzeit seiner Präsidentschaft.

Hollande ist in einem Rekordtief seiner Popularität und unter Druck wegen der schlechten Wirtschaftslage Frankreichs. Er werde sein volles Mandat ausüben, ohne sich Sorgen um seine Beliebtheit zu machen. Hollande machte deutlich, gegenwärtig nicht daran zu denken, 2017 für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. „Ich bin Präsident, nicht Kandidat, ich werde Präsident bis zum Ende sein“, sagte er.

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USA voll des Lobes

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  • Wo waren diese vielen "Helden" eigentlich als der Völkermord in Ruanda mit 750.000 Toten stattgefunden hat? Wo? Gab es 1994 während der Zeit von etwa 100 Tagen eine andere internationale Rechts-, ein andere moralisch/ethische Grundlage, oder lag es gar an der Hautfarbe der Opfer?

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