IS-Terror
Zehntausende fliehen um ihr Leben

70.000 Kurden fliehen über Nacht vor den Kämpfern der Terrormiliz IS in die Türkei. Freigelassene türkische IS-Geiseln berichten von grausamen Bedingungen. Welche Rolle Ankara bei der Befreiung spielte, bleibt unklar.
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DüsseldorfEine Offensive der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Norden Syriens treibt Zehntausende Kurden in die Flucht. Nach Uno-Angaben überquerten am Wochenende rund 70.000 Menschen die Grenze zur Türkei. Deren Rolle bei der Bekämpfung der IS blieb nach der geglückten Befreiung von 49 im nordirakischen Mossul festgehaltenen Geiseln unklar. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Sonntag, Details über die Aktion würden geheim gehalten: „Es gibt Dinge, über die wir nicht reden können.“

Die syrisch-türkische Grenze wurde am Sonntag zeitweise geschlossen. Türkische Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen einige Dutzend kurdischer Flüchtlinge vor. Auf der syrischen Seite stauten sich die Menschen. In dem Chaos war Gefechtslärm von Kämpfen weiter im Landesinneren zu hören.

Nach Angaben der türkischen Polizei wollten die Grenzschützer verhindern, dass kurdische Kämpfer von der Türkei nach Syrien wechseln. Der türkische Privatsender NTV berichtete jedoch, einige der gestoppten Kurden hätten angegeben, sie wollten Hilfsgüter in die umkämpfte Region bringen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, kurdische Demonstranten hätten Steine auf Sicherheitskräfte geworfen.

Aus Syrien flohen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks vor allem kurdische Frauen, Kinder und ältere Menschen. Der Zustrom halte an, sagte die Sprecherin. Sie rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf.

In der Türkei harren inzwischen 1,5 Millionen Menschen aus, die sich vor dem seit 2011 wütenden Bürgerkrieg in Syrien geflohen sind. In den vergangenen Tagen hatte die IS-Miliz im Norden Syriens Geländegewinne verbucht und zahlreiche kurdische Dörfer erobert.

Der syrisch-kurdische Flüchtling Mohammed Osman Hamme sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe mit seiner Familie vor zehn Tagen die Flucht ergriffen, nachdem er gehört habe, dass IS-Kämpfer auf sein Dorf Darija in der syrischen Provinz Rakka vorrückten. Nach dreitägigem Fußmarsch hätten sie die Stadt Tell Abjad an der türkischen Grenze erreicht. In den Straßen dort hätten sie vier abgetrennte Köpfe hängen sehen.

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  • Warum flüchten die Islamgläubige? Warum weigern sie sich mit ihren Nachbar in Frieden zu leben? Der Islam ist doch friedlich oder lügen unsere Politiker mich an??

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