IS und Taliban – Machtkampf in Afghanistan
Terroristen gegen Terroristen

Die Terrormiliz IS verliert im Irak und Syrien an Boden, greift aber nach Afghanistan. Noch sind die Taliban in der Überzahl, doch der IS hat immer mehr Erfolg: Er wirbt perspektivlose Männer an – und verbreitet Angst.
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Dschalalabad, KundusKämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zwangen Rahman Gul und neun weitere Afghanen, über im Boden vergrabenen Bomben in die Knie zu gehen. Dann zündeten die Extremisten in der ostafghanischen Provinz Nangarhar die Sprengsätze. Die Bluttat vom August wurde gefilmt und in sozialen Medien gepostet. Mittels des makabren Videos erfuhr der 44-jährige Rahman Wali vom Schicksal seines Bruders, Rahman Gul.

Gul, ein Imam im abgelegenen Bezirk Schinwar an der Grenze zu Pakistan, war Wochen zuvor mit seiner Frau und den sechs Kindern entführt worden. Frau und Kinder kamen rasch wieder frei. Nach dem Tod seines Bruders flohen Wali und seine Familie in ein provisorisches Lager in der Provinzhauptstadt Dschalalabad. Tausende Menschen aus den Tälern nahe der Grenze haben sich dorthin geflüchtet, um dem immer heftiger werdenden Machtkampf zwischen den Taliban und dem afghanischen Ableger des IS zu entkommen.

Während der IS in seinem Kerngebiet Nordirak und Syrien an Boden verliert, schafft er sich neue Einflussgebiete und Einnahmequellen, etwa im zerfallenden Libyen, im Jemen oder eben in Afghanistan.

Berichte über eine IS-Präsenz in Afghanistan tauchten erstmals Anfang dieses Jahres in der südlichen Provinz Helmand auf. Im Sommer erschienen IS-Extremisten auch in Nangarhar, wo sie die Taliban an der Grenze in Kämpfe verwickelten. Laut US-General John Campbell, dem Kommandeur der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, fielen vier Bezirke an den IS.

Über die südafghanische Provinz Helmand verliert die Regierung längst die Macht – und die Terroristen des IS und der Taliban konkurrieren um die Kontrolle. Nach Angaben der lokalen Verwaltung haben die Taliban inzwischen mehr als zwei Drittel der Provinz eingenommen.

Seit dem Wochenende rücken die islamistischen Milizionäre in Sangin ein, die zweitgrößte Stadt Helmands. Die Taliban haben Regierungsgebäude und den Basar gestürmt. Die Sicherheitskräfte haben sich nach schweren Verlusten in ihre Stützpunkte zurückgezogen. Provinzbeamte melden mindestens 90 Tote in der 15.000-Einwohner-Stadt.

Britisches und US-Militär haben laut „Times" und „Wall Street Journal" inzwischen Spezialkräfte nach Sangin verlegt. Denn der Ort hat strategisch eine hohe Bedeutung: Durch den Ort verläuft die wichtigste Straße, die Kabul mit Helmands Provinzhauptstadt Lashkar Gah verbindet.

Zudem ist Sangin ein Zentrum der Opiumproduktion. Sollten die Taliban den Ort dauerhaft erobern, könnten sie sich damit wieder eine wichtige Einnahmequelle sichern – und wären für den IS ein härterer Gegner als die afghanischen Truppen.

So versuchten IS-Anhänger in Afghanistan nun, die Verbindungen zum selbst ernannten „Kalifat“ in den vom IS eroberten Gebieten in Syrien und Irak zu konsolidieren, erklärte Campbell in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

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Mehr als 170.000 Afghanen fliehen vor dem IS

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ja ist denn schon Weihnachten? Oder was macht Jesus mit der Waffe unten Links auf dem Foto?


    (Abgesehen davon muss Merkel weg.)

  • @Paul

    Sie brauchen sich doch wirklich keine Sorgen machen......

    Der "Staat" und die EU wird uns schon zu schützen wissen, so wie man die Grenzen schützt, unsere Sozialkassen schützt, unsere Freiheit schützt usw. usw. usw.

    Man muss zwar noch etwas üben, aber irgendwann klappt das schon (wieder)......

    !!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

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