Isaf darf gegen Drogenhändler vorgehen
Nato weitet Drogenkampf in Afghanistan aus

Die Nato hat sich auf einen verstärkten Kampf gegen die Produktion von Opium in Afghanistan geeinigt. Die deutschen Soldaten im Norden des Landes werden nach Aussage von Verteidigungsminister Jung allerdings nicht selbst aktiv vorgehen, sondern die afghanische Polizei nur unterstützen.

HB BUDAPEST. Die Nato weitet den Kampf gegen die Produktion von Opium in Afghanistan aus. Die Verteidigungsminister der 26 Nato- Staaten einigten sich am Freitag in Budapest darauf, dass Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf Laboratorien zerstören dürfen, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird. Das bestätigte Nato-Sprecher James Appathurai. „Die Isaf kann in Zusammenarbeit mit den Afghanen gegen Einrichtungen und Personen, die den Aufstand unterstützen, vorgehen, sofern die Zustimmung der betreffenden Nationen vorliegt“, sagte er.

Grundlage für ein solches Vorgehen seien eine Anforderung der afghanischen Regierung, die einschlägigen UN-Resolutionen und der Isaf-Operationsplan. Dieser müsse nicht geändert werden. Nach Angaben von Diplomaten sollen laut Beschluss der Verteidigungsminister bei den Einsätzen „zivile Opfer vermieden“ werden. Außerdem solle die Intensivierung der Drogenbekämpfung in „Prioritätsgebieten“ erfolgen. Dies bedeute, dass vor allem im Süden, wo besonders viel Schlafmohn angebaut ist, mit solchen Aktionen zu rechnen sei, hieß es. Die rund 3 300 deutschen Soldaten der Isaf sind im Norden des Landes stationiert.

Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung betonte jedoch, die deutschen Soldaten im Norden des Landes würden die afghanischen Sicherheitskräfte weiterhin nur unterstützen und nicht selbst aktiv vorgehen. Andere Länder wie die USA und Großbritannien könnten dagegen wie von ihnen gefordert künftig stärker gegen die Rauschgiftproduktion agieren. Der Operationsplan der Nato werde wegen des Kompromisses nicht geändert. Die Entscheidung habe auch keine Auswirkungen auf das Bundestagsmandat für Afghanistan, sagte Jung.

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