Isis, Al-Shabab, Al-Qaida und Co.
Die Spur des Terrorgeldes

Die Isis-Islamisten im Irak richten ihre Geiseln hin, Lösegeld brauchen sie nicht. Auch Drogenhandel nicht. Reich sind sie trotzdem. Von Blutgeld, heimlichen Unterstützern und Finanzflüssen der Fundamentalisten.
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Ihr Siegeszug hat die Organisation „Islamischer Staat in Irak und Syrien“ (Isis) reich gemacht. Fast verdoppelt hat sich das Vermögen – liquide sowie in Sachwerten – der Fundamentalisten durch die Einnahme des nordirakischen Wirtschaftszentrums Mossul. Archäologische Stätten sind nun in ihrem Besitz, ebenso wie Banken inklusive deren Goldreserven. Über etwa 1,5 Milliarden US-Dollar verfügt Isis damit seither. Vor Mossul waren es 875 Millionen. Und Isis setzt ihren Marsch auf die irakische Hauptstadt Bagdad fort.

Über die Finanzen der Terrororganisation weiß die Welt nur deshalb überhaupt etwas, weil vergangene Woche mehr als 160 Speichersticks in die Hände der irakischen Regierungstruppen gefallen waren. Namen und Kriegsnamen aller ausländischen Isis-Kämpfer und von Isis-Anführern, Codewörter, die Initialen von Informanten in Ministerien sowie die kompletten Finanzdaten der Organisation waren darauf zu finden, wie der britische „Guardian“ berichtete. Analysten werden die Daten derzeit noch aus.

Damit ist Isis nach diesem Beutezug vermutlich eine der reichsten Terrororganisationen der Welt. Zum Vergleich: Experten schätzen die Einnahmen der afghanischen Taliban auf jährlich umgerechnet rund 300 Millionen Euro ein, bei der Al-Shabab-Miliz in Somalia sind es 50 bis 70 Millionen Euro. Selbst der reichste Al-Qaida-Ableger, der in Nordafrika (AQIM), kommt mit geschätzt 60 bis 110 Millionen Euro nur auf einen Bruchteil der aktuellen Isis-Mittel.

So vielfältig die Finanzierungsquellen des Terrors sind, so undurchsichtig und schwer zu verfolgen sind die Geldflüsse des internationalen Terrorismus. Der Siegeszug der Isis sorgt dabei nicht nur überraschende Allianzen, etwa möglicherweise zwischen den USA und dem Iran, er zeigt auch wie sich die Finanzströme der Terroristen verändert haben. Staaten im Hintergrund sind nicht mehr nötig.

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  • Steht der Irak vor der völligen Zerstörung durch den Westen

    Unter Saddam Hussein gab es keine radikal islamischen Terroristen.
    Es war ein säkularer Staat worin alle Religionen friedlich miteinander auskamen.
    Der Irak hatte den höchsten Lebensstandard unter den arabischen Ländern, die Bevölkerung genoss ein sehr gutes soziales System, gute Schuldbildung und vor allem Sicherheit!

    Es gab eine wohlhabende Mittelschicht.
    Es ist schwer für Aussenstehende sich jetzt vorzustellen, der Irak war früher ein blühendes, funktionierendes und friedliches Land.

    Mit den aktuellen Ereignissen, der Eroberung von irakischen Gebieten durch die mörderischen Banden der ISIS, die von Syrien her kommen und von Washington und den Golfstaaten rekrutiert, ausgebildet, finanziert und bewaffnet werden, ist die nächste Stufe der Zerstörung des Irak eingeleitet.

    Es ist unglaublich wie der Westen es immer wieder schafft, mit Lügen in den Propagandamedien die Weltmeinung zu täuschen, es gehe um "Demokratie und Menschenrechte", um den Schutz der Bevölkerung. Die angloamerikanischen Finanzverbrecher die hinter allem stecken haben mit ihrer endlosen Gier nach Weltherrschaft nur eines im Sinn, Streit, Krieg, Elend und Tod zwischen den Völkern zu verursachen.

    Wie lange lassen wir uns das noch von Washington gefallen?

    Ist Deutschland von den USA besetzt und keiner weiss es?

  • @f.ku: Nicht nur die Amis, auch der Rest der Welt kauft bei den Saudis und finanzieren den Terror. Ich habe vor Ewigkeiten einen interessanten Artikel "Die Luxus - Taliban" gelesen. Habe ihn ausgegraben(http://www.focus.de/politik/ausland/ausland-die-saudis-sind-luxus-taliban_aid_196239.html).

    Wie sieht's aus Mr President? Kennedys Vision war, innerhalb von 10 Jahren eine bemannte Mondmission auf die Beine zu stellen. Wie wärs mit innerhalb von 10 Jahren auf die Kernfusion als Energieträger zuzugreifen? Holen Sie die weltweit besten Forscher ins Land und stellen ein zweites Manhattan-Projekt auf die Beine. Die Welt wäre nicht mehr in dem Maße auf Öl angewiesen, die Geldquelle der saudischen Luxus-Taliban würde versiegen und ich glaube, wenn die Technik frei zugänglich wäre, würde die Welt wesentlich friedlicher werden. Energie im Überfluss. Utopisch? Anfang der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts hielt man die Kernspaltung auch für utopisch. Nun ja, ein bisschen Überzeugungsarbeit müssten Sie schon bei der Öl-Lobby leisten.

  • Und von was will man hier schon wieder ablenken?

    Kann aber auch sein, dass der Kriegstreiber Amerika / Israel nun endlich sich mit dem IRAN zusammen tun will, um endlich mal zu lernen, wie man auch ohne Krieg gut leben kann.

    Bekanntlich hat IRAN seit 300 Jahren keinen Krieg mehr angefangen und diese Technik wollen wohl die amis lernen.

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