Isis-Offensive
Islamisten greifen Iraks größte Öl-Raffinerie an

Die Kämpfer der islamistischen Isis rücken im Irak weiter vor. Nun nahmen sie die größte Ölraffinerie des Landes unter Beschuss. Während die Dschihadisten weitere Geiseln nahmen, schickte Iran eine deutliche Warnung.
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Gut eine Woche nach Beginn des Islamistenvormarsches im Irak unternimmt der umstrittene Regierungschef Nuri al-Maliki erste Anstrengungen für einen Dialog. Sunnitische und schiitische Politiker forderten nach einem Treffen in der stark gesicherten Hauptstadt Bagdad die Bevölkerung auf, zusammenzustehen. Sunniten und Schiiten müssten eine Einheit gegen die „Terroristen“ bilden, hieß es. Zugleich entließ Al-Maliki ranghohe Militärs in den von der Terrorgruppe Isis überrannten Gebieten.

Die Dschihadisten übernahmen am Mittwoch die größte Öl-Raffinerie im Irak. Der Betrieb war erst am Vortag aus Sicherheitsgründen eingestellt worden. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, hatten Isis-Kämpfer die Anlage in Baidschi rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad am Morgen unter Beschuss genommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „All Iraq“ reagierten irakische Regierungstruppen mit Luftangriffen auf Stützpunkte der sunnitischen Extremisten.

Angesichts der Kämpfe hat der Ölpreis am Mittwochmorgen sein hohes Niveau behauptet. Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 113,58 Dollar 0,1 Prozent je Barrel (159 Liter) mehr als am Vorabend, US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 106,87 Dollar 0,5 Prozent höher.

Nach internationalen Warnungen vor einem Auseinanderbrechen des irakischen Staates trafen sich am späten Dienstagabend erstmals sunnitische und schiitische Spitzenpolitiker in Bagdad zum Dialog. An dem Treffen nahmen der schiitische Ministerpräsident Al-Maliki, der ehemalige Übergangsregierungschef Ibrahim al-Dschafari, der sunnitische Präsident des alten Parlaments, Osama al-Nudschaifi, der ebenfalls sunnitische Vize-Premierminister Saleh al-Mutlak und der schiitische Energieminister Hussein al-Schahristani teil.

Vor gut einer Woche hatten Isis-Extremisten die Millionenstadt Mossul im Nordirak eingenommen. Inzwischen kämpfen die Islamisten bereits wenige Dutzend Kilometer von Bagdad entfernt gegen Regierungstruppen und schiitische Freiwillige, die sich massenweise zum Dienst an der Waffe melden.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani warnte die Terrorgruppe. „Wir werden alles unternehmen, um unsere heiligen (schiitischen) Stätten Kerbela, Nadschaf und Samarra vor Terroristen und Mördern zu schützen, sagte er in Lorestan in Südwestiran. Der Iran will unter allen Umständen die Herrschaft der Schiiten von Teheran über Bagdad und Damaskus bis nach Beirut sichern.

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