Islam Karimow
Der usbekische Langzeit-Herrscher ist tot

Der autoritäre Präsident der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan, Islam Karimow, ist nach einem Schlaganfall gestorben. Zuvor hatte es lange Zeit Verwirrung um den Gesundheitszustand des Herrschers gegeben.

AlmatiDer usbekische Präsident Islam Karimow ist nach Angaben der Regierung im Alter von 78 Jahren gestorben. Karimow hatte kürzlich einen Schlaganfall erlitten. In Diplomatenkreisen war bereits vorher bekanntgeworden, dass er an den Folgen des Hirnschlags gestorben sei. Er lag seit Sonntag im Krankenhaus. Die Beisetzung wird am Samstag in Karimows Heimatstadt Samarkand stattfinden.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hatte bereits vor der offiziellen Todesnachricht als erster ausländischer Politiker kondoliert. Die beiden Länder haben enge ethnische, kulturelle und sprachliche Verbindungen. Auch der Präsident Georgiens, Georgi Margwelaschwili, äußerte sein Beileid zum Tode Karimows. Dieser habe Usbekistan durch die schwierigste Zeit seiner Geschichte geführt.

Unklar ist, wer nun die Macht in dem islamisch geprägten zentralasiatischen Land übernimmt. Einen Nachfolger hat Karimow nicht benannt. Ein Machtvakuum könnte das Land mit 32 Millionen Einwohnern destabilisieren, das im Fadenkreuz militanter Islamisten steht. Ein Hinweis auf die Nachfolge Karimows könnte die Ernennung von Ministerpräsident Schawkat Mirsijojew zum Chef der Kommission sein, die die Trauerfeiern organisiert.

Usbekistan ist ein bedeutender Exporteur von Baumwolle und verfügt zudem über Bodenschätze wie Gold und Erdgas. Karimow führte das Land seit 1989, damals noch als Chef der usbekischen Kommunistischen Partei. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Karimow 1991 zum Präsidenten der nunmehr unabhängigen Republik Usbekistan gewählt. Westliche Politiker und Menschenrechtsorganisation hatten ihn wegen seines autoritären Führungsstils kritisiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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