Islamischer Geistlicher offenbar Kopf der Gruppe
Australische Polizei vereitelt "katastrophalen" Anschlag

Die australische Polizei hat 17 Personen unter dem Verdacht festgenommen, sie hätten einen Terroranschlag vorbereitet. Mit den Festnahmen in Sydney und Melbourne sei es gelungen, einen „groß angelegten Terrorangriff zu verhindern, der zu einer katastrophalen Situation“ geführt hätte, teilten die Behörden mit.

urw CANBERRA. Bei den Festgenommenen handelt es sich Berichten zufolge um australische Staatsbürger und Ausländer mit Daueraufenthaltsrecht, unter ihnen der aus Algerien stammende moslemische Geistliche Abu Bakr. Er hatte sich erst kürzlich im Fernsehen positiv zur Terrororganisation El Kaida geäußert. Die Polizei meint, einige Beschuldigte hätten der Bau einer Bombe vorbereitet. Australische Medien meldeten, bei den Razzien seien Chemikalien beschlagnahmt worden, die sich zur Herstellung von Sprengkörpern verwenden lassen. Die selben Stoffe seien am 7. Juli bei den Anschlägen in London benutzt worden.

Die Kommandantin der Polizei des Bundesstaates Victoria, Christine Nixon, sprach vom bislang größten Anti-Terror-Einsatz der australischen Polizei. Abu Bakr wird vorgeworfen, eine „terroristische Organisation“ zu führen. Die anderen Festgenommenen werden der Mitgliedschaft beschuldigt. Offenbar haben die Behörden die Verdächtigen schon länger beobachtet. Mögliche Ziele eines Anschlags wurden von den Behörden nicht genannt. Experten glauben aber, dass weltbekannte Gebäude wie das Opernhaus in Sydney und die Hafenbrücke von Verdächtigen ausspioniert wurden.

Die Aktion kommt nur wenige Tage nachdem der australische Premier John Howard von gezielten Hinweisen auf Terroranschläge gesprochen hatte. Danach verabschiedete das Parlament eine Anpassung des Anti-Terrorgesetzes, das den Behörden die Festnahme von Verdächtigen erleichtern soll. Eine grundlegende Verschärfung der Gesetze zur Bekämpfung von Terror liegt dem Parlament aber noch vor.

Gegen die Gesetzesänderung, die viele Grundrechte massiv beschneiden würde, wehren sich kleinere Parteien. Nach den jüngsten Vorfällen dürften sie es allerdings schwer haben, die Passage abzulehnen. Der Anwalt einer der Festgenommenen bezeichnete die Aktion als eine „skandalöse politische Verfolgung“ der muslimischen Minderheiten in Australien.

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