Islamischer Staat

IS-Miliz erließ Fatwa für Umgang mit Sexsklavinnen

Verbrennungen, Enthauptungen, Versklavungen: Die Grausamkeit des Islamischen Staats kennt keine Grenzen. Offenbar wurde das selbst den geistigen Führern zu viel. In einer Fatwa regelten sie den Umgang mit Sexsklavinnen.
Die Terrormiliz IS versucht, den Sklavenhandel mit Koranversen zu legitimieren. Mit einer Fatwa versuchten die Terroristen offenbar, auf schwere Übergriffe zu reagieren, schätzt IS-Experte Cole Bunzel. Quelle: ap
Frauen verlassen Ramadi

Die Terrormiliz IS versucht, den Sklavenhandel mit Koranversen zu legitimieren. Mit einer Fatwa versuchten die Terroristen offenbar, auf schwere Übergriffe zu reagieren, schätzt IS-Experte Cole Bunzel.

(Foto: ap)

WashingtonDie Extremistengruppe Islamischer Staat hat Regeln für den Umgang mit versklavten Frauen und Mädchen erlassen. Das geht aus IS-Dokumenten hervor, die von US-Spezialeinheiten während eines Einsatzes in Syrien erbeutet wurden und die die Nachrichtenagentur Reuters teilweise einsehen konnte. Nach der sogenannten Fatwa dürfen beispielsweise Vater und Sohn keinen Geschlechtsverkehr mit derselben Sklavin haben. Dasselbe gilt für zwei Kämpfer, die ein und dieselbe Frau besitzen.

Die Fatwa listet 15 Verhaltensmaßnahmen auf. So heißt es: „Wenn der Besitzer einer weiblichen Gefangenen mit deren empfängnisfähiger Tochter sexuell verkehrt, darf er nicht mit der Mutter Sex haben.“ Mit dem Regelwerk sollen offenbar jahrhundertealte Vorschriften für den Umgang mit versklavten Frauen angepasst werden.

IS foltert und ermordet Kinder

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen werfen dem IS die systematische Entführung und Vergewaltigung Tausender Frauen und Mädchen teilweise im Alter von zwölf Jahren vor. Vor allem Jesidinnen im Norden Iraks sollen massenweise missbraucht und versklavt worden sein. Viele wurden demnach Kämpfern zum Geschenk gemacht oder wurden ihnen als Sexsklavinnen verkauft. Eine eigens vom IS eingerichtete Verwaltungsabteilung für „Kriegsbeute“ regelt unter anderem die Verteilung der Frauen und Mädchen.

Im April veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Interviews mit 20 Frauen, die aus dem Herrschaftsgebiet des IS fliehen konnten. Demnach wurden Mädchen und junge Frauen nach der Eroberung ihrer Heimatorte von ihren Familien getrennt. Danach wurden sie an verschiedene Orte in Syrien und im Irak gebracht. Dort wurden sie teilweise mehrfach vergewaltigt, Opfer anderer Arten sexueller Gewalt sowie verschenkt oder verkauft.

Das jetzt in die Hände der US-Soldaten gefallene Fatwa-Dokument trägt die Nummer 64 und ist auf den 29. Januar 2015 datiert. Der IS-Experte Cole Bunzel von der amerikanischen Universität Princeton sieht in der Fatwa eine Reaktion der IS-Anführer auf sogar in ihren Augen schwere Übergriffe. In dem Regelwerk wird auch dazu aufgerufen, die Frauen nicht zu erniedrigen und sie nicht an Männer zu verkaufen, die für die schlechte Behandlung von Sklavinnen bekannt seien.

Die Anziehungskraft des Terrors
Waffen in den Himmel
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Die Waffe in der Hand: Auf mehr als 20.000 Personen beziffert das US-Außenministerium die Zahl der Ausländer, die in Syrien und im Irak für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere Dschihadisten-Gruppen in den bewaffneten Kampf ziehen.

Jihadi-John
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Der international bekannteste unter ihnen ist wohl dieser Mann: Der als „Jihadi John“ bekannt gewordene Dschihadist soll mehrere westliche Geiseln enthauptet haben. Britische Medien wollen ihn nun als Mohammed Emwazi, einen gebürtigen Kuwaiter, der in London aufwuchs, identifiziert haben.

Mit dem Messer in der Hand
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„Jihadi John“ soll für die Ermordung der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie dreier Entwicklungshelfer aus Großbritannien und den USA verantwortlich sein. Auch in dem Video, das die Enthauptung der japanischen IS-Geiseln Haruna Yukawa und Kenji Goto zeigt, war der vermummte IS-Kämpfer angeblich zu sehen. Die Videos sorgten weltweit für Entsetzen.

Amerikanischer Rebell in Libyen
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Der US-Bürger Matthew Van Dyke mit Kampfbrüdern im libyschen Sirte: Van Dyke steht auf der anderen Seite. Nach seinen kämpferischen Engagements in Libyen und Syrien befindet er sich nun im Norden des Iraks und trainiet christliche Milizen für den Kampf gegen die Terrormiliz IS. Dabei könnte er auch auf deutsche Konvertiten treffen...

Denis Cuspert im Irak
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Der deutsche Dschihadist Denis Cuspert auf einem Twittterbild des IS: Der deutsche Konvertit ist zum Inbegriff der deutschen Dschihadisten geworden, von denen sich im Irak und in Syrien 320 Kämpfer dem IS angeschlossen haben sollen. Cuspert nennt sich nun Abu Talha al-Almani und soll angeblich in die Führungsriege des IS aufgestiegen sein. Dabei führte er lange Zeit ein völlig anderes Leben...

Der frühere Cuspert
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Cuspert 2005 als Rapper „Deso Dogg“ in Berlin: Die USA haben den deutschen Islamisten auf ihre Terroristenliste gesetzt. Der 39-Jährige sei ein aktives Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und werde als „globaler Terrorist“ eingestuft, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Cuspert ist nicht der einzige Deutsche in den Reihen des IS...

Dinslakener Terrorist
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Philipp B., Kampfname: „Abu Usama al Almani“ (26), in einem Propagandavideo: Im August 2014 verübte er in Syrien einen Selbstmordanschlag, bei dem 21 Menschen starben. Er stammt aus Dinslaken-Lohberg. Allein aus dem kleinen Stadtteil am Niederrhein stammen rund 22 deutsche Dschihadisten.

  • rtr
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