Islamisten auf dem Vormarsch

Isis erobert Orte an syrischer und jordanischer Grenze

Die Isis-Miliz hat die irakische Armee aus Städten im Grenzgebiet zu Syrien und Jordanien vertrieben. Jordanien mobilisierte die Streitkräfte an seiner Grenze. US-Außenminister Kerry sucht vor Ort nach Lösungen.
Update: 23.06.2014 - 07:58 Uhr 7 Kommentare
Mitglieder der neu gegründeten Schiiten-Miliz „Friedens-Brigaden“ marschieren in Bagdad bei einer Parade. Quelle: dpa

Mitglieder der neu gegründeten Schiiten-Miliz „Friedens-Brigaden“ marschieren in Bagdad bei einer Parade.

(Foto: dpa)

Bagdad/WashingtonDie islamistische Isis-Miliz baut ihre Machtposition im Westirak weiter aus. Sie brachte am Wochenende nach Berichten irakischer Medien mehrere Ortschaften im Grenzgebiet zu Syrien und Jordanien unter ihre Kontrolle. US-Außenminister John Kerry traf am Sonntag zu Gesprächen über die Irak-Krise zunächst in Ägypten ein, am Abend reiste er nach Jordanien weiter.

Nach Angaben von Beobachtern nutzen die Kämpfer der extremistischen Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) unter anderem erobertes Militärmaterial aus US-Produktion im Kampf gegen die syrische Armee. Sie hätten am Sonntag bei der Eroberung zweiter Dörfer in der syrischen Provinz Aleppo erstmals im Irak eroberte gepanzerte Humvee-Geländefahrzeuge eingesetzt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Augenzeugen berichteten am Sonntag, dass die Kämpfer auch einen Großteil der Ortschaft Haditha - 260 Kilometer westlich von Bagdad - unter ihre Kontrolle gebracht hätten. In der Region steht ein Euphrat-Staudamm mit einem strategisch wichtigen Wasserkraftwerk. Zuvor hatten die sunnitischen Extremisten die Ortschaften Ana, Raua und Al-Kaim im Grenzgebiet zu Syrien erobert, die ebenfalls am Euphrat liegen.

Irakische Medien berichteten ferner über das Vordringen radikal-islamischer Kämpfer auf einen irakisch-syrischen Grenzposten weiter südlich, nahe der Ortschaft Al-Walid. Die meisten Sicherheitskräfte hätten sich daraufhin entfernt. Eine Bestätigung von unabhängiger oder offizieller Seite gab es zunächst nicht.

Währenddessen stiegen die Ölpreise am Montag erneut. Händler nannten vor allem Gebietsgewinne der Isis-Miliz als Grund. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 115,20 US-Dollar. Das waren 39 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg ebenfalls um 39 Cent auf 107,22 Dollar.

Das Nachbarland Jordanien mobilisierte nach dem Vorrücken der Isis-Terroristen die Streitkräfte an seiner Grenze. Das Königreich habe „Dutzende“ Verbände entlang der Grenze aufgeboten, verlautete aus Militärkreisen in Amman. Berichten zufolge sollen Isis-Kämpfer die Stadt Rutba auf der Straße von Bagdad nach Amman und einen strategisch wichtigen Grenzübergang nach Jordanien eingenommen haben.

Bei Gesprächen in Nahost und Europa will US-Außenminister Kerry über Wege beraten, den Vormarsch der sunnitischen Kämpfer zu stoppen. Kerry traf zunächst in Ägypten ein, wo er mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi zusammenkommen wollte. Nach einem Stopp in Jordanien sollte es dann zu einem Treffen mit Nato-Außenministern nach Brüssel sowie zu Konsultationen in Paris gehen.

Die Außenminister der 28 EU-Staaten beraten am Montag in Luxemburg über die Lage im Irak. Sie wollen die Gewalt der Islamisten verurteilen und eine Regierung fordern, in der Sunniten und Schiiten gleichermaßen vertreten sind. „Unsere Möglichkeiten der Einflussnahme sind begrenzt“, sagte ein Diplomat.

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7 Kommentare zu "Islamisten auf dem Vormarsch: Isis erobert Orte an syrischer und jordanischer Grenze"

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  • als ob jemand von den Politikern Sachbücher lesen würde...

    Für die sind das Ansichten eines Mannes der Spass am reisen hat....

    Bei Steinmeier und co, stell ich überhaupt irgend ein Sachkompetenz in Frage. Frag mich wo die studiert haben bzw ob überhaupt.... evtl alles Titel wie sie der Joschka führt

  • Schon ganz schön crazy: Die NSA weiß was Herr Schmitz seiner Frau gestern am Telefon erzählt hat, aber von ISIS haben sie nichts mitbekommen...

  • Aber die Europäer hätten schlauer sein müssen!
    Z.B. ein Peter Scholl-Latur hat von Anfang an vor dieser Entwicklung gewarnt!

  • Und die Ölzufuhr von Rußland in die EU hat man auch sabotiert. Somit kann Gabriel am Mittwoch sein Fracking damit begründen, dass man sonst nichts hat!

  • Den Amerikanern fallen immer nur Kriege, Waffen und Drohnen ein, die haben einfach zuviel Cowboyfilme im Hirn. Was ist in den letzten zehn oder zwanzig Jahren unternommen worden damit die absehbaren Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen abgebaut werden können? Die religiösen Fragen sind doch nur die Oberfläche der Konflikte, da können sich dann immer so oberschlaue "Spezialisten für den Nahen Osten" produzieren. Es geht im soziale Konflikte, um himmelschreiende Zustände, wobei die Ganoven immer auf der Seite der Amerikaner zu finden sind. Wo haben die Korrupten dieser Erde denn ihr Geld gebunkert wenn nicht in den westlichen Banken, Hedgefonds und dergleichen? Die Amerikaner haben mehr Angst vor Veränderungen in den sozialen Strukturen. Es könnte sich ja zeigen dass die Menschen den american way of life gar nicht so schätzen und dann ist Schluss mit lustig, in den USA. Wieviele Menschen müssen noch sterben damit die USA sich ihren Lebensstil leisten können?

  • Dann wird jetzt auch keiner überrascht sein, wenn die USA sagen, dass man gegen die ISIS "nichts nut könne". Und "so ist es eben". Der mittlere Osten ist genau im Zustand, den die USA haben wollten.

  • Wer hat die Islamisten stark gemacht? Die USA, als sie die Taliban im Kampf gegen die Russen in Afghanistan unterstützten.

    Und auch in Syrien lag der Wesetn daneben. Die Russen unterstützten die syrische Regierung im Kampf gegen die Islamisten, etwas anderes waren die "Aufständischen " nicht.

    Die USA haben die Islamisten stark gemacht!

    Fuck the USA!

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