Islamisten hinter Aktion vermutet - Mindestens neun Tote
Autobombe vor australischer Botschaft explodiert

Bei einer schweren Bombenexplosion vor der australischen Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind am Donnerstag mindestens neun Menschen getötet worden. Über 180 Personen wurden nach Angaben der indonesischen Behörden verletzt. Unter den zahlreichen leicht Verletzten waren auch einige australische Botschaftsangehörige.

HB JAKARTA. Hinter dem Anschlag, der sich wenige Tage vor dem dritten Jahrestag der Anschläge vom 11. September in den USA ereignete, vermuten Ermittler die Extremisten-Organisation Jemaah Islamiah. Den radikalen Islamisten werden engste Beziehungen zur Al-Kaida Osama bin Ladens nachgesagt, die hinter den Flugzeuganschlägen in den USA steckt.

Unklar blieb zunächst, ob es sich bei dem Anschlag auf die Botschaft um einen Selbstmord-Anschlag handelte. Der Gouverneur von Jakarta und der australische Außenminister Alexander Downer, der unterdessen mit einem Stab von Ermittlungsexperten nach Indonesien reiste, sprachen von einem Terrorakt. Indonesien steht kurz vor Präsidentenwahlen. In Australien stehen im Oktober Neuwahlen an. Australien hat den von den USA geführten Irak-Krieg unterstützt und ist danach verstärkt ins Visier von Moslem-Extremisten geraten.

Die Wucht der Explosion riss einen tiefen Krater in die Straße nahe dem Tor zum Botschaftsgelände. Fernsehberichten zufolge war die Detonation noch in 15 Kilometern Entfernung zu hören. Fensterscheiben zersplitterten an den Fassaden der Bürotürme um die schwer beschädigte Botschaft. Leichenteile, verkohlte Trümmer, Glassplitter und verbogene Metallteile von Motorrädern, Autos und Lastwagen lagen auf der Straße. Fernsehbilder zeigten blutüberströmte Opfer.

Indonesiens Polizeichef Da'i Bachtiar sagte, der Anschlag weise die Handschrift des untergetauchten Bombenbauers der Jemaah Islamiah, Azahari Husin, auf. Der Malaysier soll auch die Bomben für die Anschläge auf das Marriott Hotel in Jakarta 2003 und auf der Ferieninsel Bali im Jahr 2002 gefertigt haben. Auf den Zusammenhang mit den früheren Anschlägen deute die Art des verwendeten Sprengstoffs hin, erklärten Experten.

Bei dem Anschlag auf das Hotel starben damals zwölf Menschen. Auf Bali wurden bei zwei Bombenexplosionen 202 Menschen getötet, darunter 88 Australier. Die Anschläge werden ebenfalls der Jemaah Islamiah zur Last gelegt. Ein Sprecher des US-Präsidialamtes sagte, der Anschlag in Jakarta sei eine „brutale Erinnerung daran, dass wir uns in einem globalen Krieg gegen den Terrorismus befinden“.

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