Islamisten-Vormarsch
Iran verspricht Unterstützung im Kampf gegen Isis

Unter dem Druck der Islamisten von Isis zerbricht die Macht des irakischen Ministerpräsidenten Al-Maliki. Die USA sind besorgt und Nachbar Iran verspricht „uneingeschränkte Solidarität“ im Kampf gegen den Terror.
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BagdadUnter dem Druck der islamistischen Isis-Kämpfer droht der Irak zu zerbrechen. Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki bekam im Parlament keine Unterstützung für Notstandsmaßnahmen und im Kurdengebiet übernahmen Kurdenkämpfer regional die Kontrolle. Während die sunnitische Terrorgruppe Isis ihre Vormachtstellung in den seit Dienstag eroberten Gebieten ausbaut, prüft die US-Regierung auch militärische Optionen.

„Ich schließe nichts aus“, sagte Präsident Barack Obama am Donnerstag auf die Frage von Journalisten nach möglichen Luftschlägen. Ein Einsatz von Bodentruppen sei allerdings ausgeschlossen, erklärte das Präsidialamt. Obama sicherte der Regierung in Bagdad Hilfe zu und betonte, Islamisten dürften weder im Irak noch in Syrien dauerhaft Rückhalt gewinnen.

Nach dem rasanten Vormarsch der Islamisten im Nordirak ziehen US-Unternehmen ihre Beschäftigten aus der Region ab. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums erklärte am Donnerstag, die Betroffenen hätten für die irakische Regierung gearbeitet. Nun würden sie aus Sicherheitsgründen vorübergehend evakuiert. Details wollte die Sprecherin nicht nennen. Sie fügte hinzu, die US-Botschaft und die -Konsulate im Irak arbeiteten normal weiter.

Derweil hat der iranische Präsident Hassan Ruhani hat dem Irak die uneingeschränkte Solidarität im Kampf gegen Isis zugesichert. Sowohl auf regionaler als auch internationaler Ebene werde der Iran alles im Kampf gegen die Terroristen im Irak unternehmen, sagte Ruhani dem irakischen Regierungschef.

Dementsprechend beauftragte er seinen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete, Sarif habe bereits Kontakt mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und seinen Amtskollegen in der Türkei, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen. Der iranische Chefdiplomat forderte demnach gemeinsame Maßnahmen gegen die Terrorgruppe Isis im Irak.

Eine Bestätigung, dass der Iran auch Truppen in den Irak entsandt habe, gab es zunächst nicht. Nach Auffassung Teherans sind die Erfolge der Isis auch eine Konsequenz der westlichen Politik in der Syrien-Krise. Terroristen sei nicht nur Spielraum gegeben worden, man habe sie sogar ermutigt. Für das schiitische Land ist es eine Genugtuung, auch gegenüber der Türkei und Saudi-Arabien, dass deren Unterstützung für die Rebellen in Syrien zu einer Eskalation der Krise geführt habe.

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  • Ach Zahlmeisterle,
    ich kenne Wesley Clarks Enthüllungen wahrscheinlich sogar länger als sie.
    Genausowenig wie es eine unabhängige NATO gibt, sind die Neocons Amerikaner und keine fünfte Kolonne Israels.

  • Zögerer Obama fragt sich was zu tun sei? Ein Witz, die USA haben das Land mit ihrem Krieg ins Chaos gestürzt und wiessen nicht was zu tun sei. Was ist aus der Großmacht geworden? Früher hätten sie dieses islamistisches Ungeziefer zum Teufel gebombt und reinen Tisch gemacht. Sie haben dort etwas gut zu machen inklusive ihrere damaligen Verbündete.

  • Länder in denen Krieg herrscht sind für westliche Volkswirtschaften gut.
    Sie kaufen Rüstungsgüter um weiter Krieg zu machen
    Sie kaufen Konsumgüter da die eigene Produktion lahmt
    Sie liefern billige Arbeitskräfte - Flüchtlinge
    Sie müssen Rohstoffe (öl Erze etc.) billig verkaufen, da sie Geld für Rüstung benötigen
    Für die Moral kann man noch ein paar Sanktionen aussprechen
    Für Gutmenschen gibt es dann noch Entwicklungshilfe und Spendenkonten

    Ohne Kriegsländer würden die westlichen Volkswirtschaften schon längst alle pleite sein.

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