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20.11.2008 
Rettungsaktion

Island erhält Finanzhilfe über zehn Milliarden Dollar

Das von einem Staatsbankrott bedrohte Island erhält internationale Finanzhilfen über insgesamt 10,2 Milliarden Dollar. Durch die Verstaatlichung von Banken und mit Hilfe ausländischer Darlehen versucht die Regierung, eine Staatspleite zu verhindern.

Islands Ministerpräsident Geir Haarde braucht Milliardenhilfen für sein Land. Foto: apLupe

Islands Ministerpräsident Geir Haarde braucht Milliardenhilfen für sein Land. Foto: ap

HELSINKI/REYKJAVIK/BERLIN. In der Summe seien auch Kredite von Großbritannien und den Niederlanden für die isländische Einlagensicherung berücksichtigt, teilte der finnische Finanzstaatssekretär Martti Hetemaki am Donnerstag mit. Island benötige die Hilfen, da das Land derzeit kein Kapital am Finanzmarkt bekommen könne. Die nordischen Länder stellen mit 2,5 Milliarden Dollar rund ein Viertel des Pakets zur Verfügung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährte Island am Mittwochabend einen Kredit über 2,1 Milliarden Dollar.

Island ist wie kein anderes Land von der Finanzkrise betroffen. Durch die Verstaatlichung von Banken und mit Hilfe ausländischer Darlehen versucht die Regierung, eine Staatspleite zu verhindern. „Island steckt mitten in einer Bankenkrise von außergewöhnlichen Ausmaßen“, sagte IWF-Vizedirektor John Lipsky. Islands Ministerpräsident Geir Haarde rechnet mit einer zügigen Unterstützung für die IWF-Hilfen durch das Parlament. „Ich gehe davon aus, dass das bis zum Ende des Tages abgesegnet wird“, sagte er im Hörfunk.

Die Isländische Krone hat seit Januar die Hälfte ihres Werts verloren, die drei größten Banken brachen zusammen und wurden vom Staat übernommen. Die Geldhäuser hatten mit Summen spekuliert, die die Wirtschaftsleistung des 320.000 Einwohner zählenden Inselstaats im Nordatlantik um ein Vielfaches überstiegen. Haarde hatte in dieser Woche gesagt, dass Island insgesamt bis zu 24 Milliarden Dollar benötigen könnte. An Soforthilfen brauche das Land etwa fünf Milliarden Dollar.

Sparer bei isländischen Banken können unterdessen auf eine baldige Freigabe ihrer Einlagen hoffen. Deutschland, Großbritannien und die Niederlande sprachen in einer gemeinsamen Erklärung, die in Berlin vom Bundesfinanzministerium veröffentlicht wurde, von Islands Zusage, seinen Verpflichtungen gegenüber Sparern nachzukommen und „eine angemessene, gleichberechtigte und faire Behandlung der Gläubiger sicherzustellen“. Die drei Länder erklärten zudem, dass sie „im Rahmen der internationalen Unterstützung Islands“ in Gesprächen mit dem Land an „Vorfinanzierungsmaßnahmen arbeiteten, mit deren Hilfe Island seinen Verpflichtungen gegenüber den Sparern kurzfristig nachkommen kann“. In Deutschland sind unter anderem gut 30 000 Kleinanleger betroffen, die ihr Erspartes bei der isländischen Kaupthing Edge Bank angelegt hatten.

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