Isolationshaft im Gefängnis
Amnesty kritisiert US-Regierung

Amnesty International hat die Anwendung von Isolationshaft in US-Gefängnissen scharf verurteilt. Washington verstoße damit gegen internationalen Recht und errichte ein System „kleiner Guantánamos“.
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BerlinDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Praxis der Isolationshaft in US-Bundesgefängnissen angeprangert. Im einzigen Hochsicherheitsgefängnis der US-Regierung in Florence (Colorado) müssten die Gefangenen 22 bis 24 Stunden täglich in abgeschirmten Einzelzellen verbringen - und das oft jahrelang. Folge der langanhaltenden Isolation seien psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen oder Wahnvorstellungen, aber auch Bluthochdruck, erklärte die Amerika- Expertin der deutschen Amnesty-Sektion, Maja Liebing, am Mittwoch.

„Die US-Regierung verstößt damit klar gegen internationales Recht“, sagte Liebing zu einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Amnesty-Bericht „Lebendig begraben - Isolationshaft in US-Bundesgefängnissen“. Washington wolle diese Praxis noch ausweiten: Aktuelle Pläne für ein neues Hochsicherheitsgefängnis im Bundesstaat Illinois umfassten Isolationszellen nach dem Vorbild von Florence.

Zudem werde Isolationshaft auch in anderen US-Bundesgefängnissen in speziellen Trakten angewandt. In einem Bundesgefängnis in New York, das auch als „Klein-Guantánamo“ bekannt sei, würden sogar Untersuchungshäftlinge für Monate oder Jahre in Isolationshaft verwahrt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Warum weigert sich AI den Islam zu kritisieren. Ist AI eine islamische Organisation, die den Terror, Morde usw. unterstützt????

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