Israel 26 palästinensische Häftlinge in Freiheit entlassen

Mit Freudenfeiern wurde die Entlassung von 26 palästinensische Häftlingen gefeiert: Mitten in der Nacht ließ Israel eine dritte Gruppe palästinensischer Häftlinge frei. Die Aktion stößt aber auch auf heftige Kritik.
Update: 31.12.2013 - 04:43 Uhr Kommentieren

Israel lässt weitere palästinensische Gefangene frei

Jerusalem/RamallahIsrael hat erneut 26 palästinensische Langzeithäftlinge in die Freiheit entlassen. 18 der Palästinenser kehrten in der Nacht zum Dienstag ins Westjordanland zurück, wie eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde mitteilte. Drei weitere Palästinenser wurden in den Gazastreifen sowie fünf nach Ost-Jerusalem gebracht. Angehörige bereiteten den Rückkehrern einen begeisterten Empfang.

„Wir sind aus Nablus gekommen, um hier die Freilassung Ibrahims zu feiern“, sagte Hamsa Taktuk, ein Cousin eines Häftlings, der vor dem Amtssitz des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas in Ramallah wartete. „Er und alle anderen Häftlinge sind Helden, wir sind stolz auf sie.“

Israel hatte sich mit Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern im Juli zur Freilassung von insgesamt 104 Langzeithäftlingen verpflichtet, von denen die Hälfte bereits im August und Oktober freikam. Die meisten von ihnen waren vor Beginn des Friedensprozesses im Jahre 1993 wegen Mordes verurteilt worden.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas wartete mitten in der Nacht vor seinem Amtssitz in Ramallah auf die Heimkehrer. In einer Rede erklärte er, weiter auf eine Freilassung langjähriger und kranker Häftlinge dringen zu wollen. „Wir werden keinen endgültigen Friedenspakt mit Israel unterzeichnen, bevor nicht alle Gefangenen frei sind“, fügte Abbas hinzu.

Vor der Freilassung der bislang dritten Gruppe kam es zu neuen Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern. Die Autonomiebehörde in Ramallah reagierte zornig auf einen Vorstoß rechtsorientierter israelischer Koalitionsmitglieder zur Annektierung des Jordantals. Bereits am 2. Januar wird US-Außenminister John Kerry zum nächsten Vermittlungsversuch in der Region erwartet.

Der Chefunterhändler der Palästinenser, Saeb Erekat, übte auch scharfe Kritik an den israelischen Plänen für den Bau von 1400 weiteren Siedlerwohnungen. „Israel zerstört nicht nur den Friedensprozess, sondern auch die Zwei-Staaten-Lösung“, sagte Erekat am Montag im palästinensischen Rundfunk.

Ein israelischer Ministerausschuss hatte am Sonntag einen Vorschlag der regierenden rechtsorientierten Likud-Partei zur Annektierung des Jordantals am östlichen Rand des Westjordanlands gebilligt. Die Palästinenser sehen das Jordantal als Teil ihres künftigen Staates, Israel will dort jedoch eine Militärpräsenz behalten.

Angehörige von Terroropfern protestieren
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