Israel-Äußerungen von Präsident Ahmadinedschad
Iran am Pranger

Die Israel-Hetze von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bringt dem Iran im Westen eine Menge Ärger ein: Die Staats- und Regierungschefs der EU bescheinigten Teheran mangelnde Reife. Franzosen, Briten, Spanier und Deutsche luden iranische Diplomaten vor. Israel versuchte, sich die Empörung zunutze zu machen.

HB LONDON/JERUSALEM. Aufrufe zur Gewalt und zur Zerstörung eines Staates seien grundsätzlich unvereinbar mit dem Anspruch, ein reifes und verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft zu sein, hieß es in einer am Donnerstag beim informellen EU-Gipfeltreffen in Hampton Court verabschiedeten Erklärung. „Solche Äußerungen werden Sorgen über die Rolle Irans in der Region und seine Absichten in der Zukunft entstehen lassen.“

Die britische Regierung sparte sich sogar die übliche diplomatische Zurückhaltung. Ein Regierungssprecher in London bezeichnete es als „widerlich und zutiefst beunruhigend“, dass Präsident Mahmud Ahmadinedschad dazu aufgerufen hatte, Israel zu zerstören. Die Äußerung verstärke die Bedenken gegen die nuklearen Ambitionen des Irans, fügte ein Sprecher des Außenministeriums hinzu. Die Worte des iranischen Präsidenten erinnerten an die Sprache des Revolutionsführers Ajatollah Khomeini, der wiederholt die Zerstörung Israels propagiert hatte.

Das Auswärtige Amt erklärte in Berlin, es habe den Geschäftsträger der iranischen Botschaft einbestellt. Er sei der Stellvertreter des Botschafters, der derzeit nicht in Deutschland sei. Der Geschäftsträger solle die Äußerungen des Präsidenten darstellen und erläutern.

Der israelische Vize-Ministerpräsident Schimon Peres verlangte einen Ausschluss des Irans aus den Vereinten Nationen (UN). Es sei das erste Mal seit Gründung der Vereinten Nationen, dass ein Staatsoberhaupt eines UN-Mitgliedstaats öffentlich die Auslöschung eines anderen UN-Mitgliedstaats fordere, sagte Peres in einem Radio-Interview. Einen solchen Ausschluss hat es noch nie gegeben. Arabische Staaten haben ihrerseite mehrfach erfolglos versucht, eine solche Entscheidung der UN-Vollversammlung herbeizuführen.

Mahmud Ahmadinedschad hatte am Mittwoch auf einer Konferenz unter dem Titel „Die Welt ohne Zionismus“ außerdem erklärt, eine neue Welle palästinensischer Anschläge werde Israel auslöschen. Der Iran weigert sich, das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Die islamische Republik unterstützt militante Palästinenser-Gruppen wie den Islamischen Dschihad, der sich zu dem jüngsten Selbstmordanschlag in Israel bekannt hatte. Dabei waren am Mittwoch in der Stadt Hadera fünf Israelis getötet

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