Israel: Arafat wird Dienstag von lebenserhaltenden Geräten getrennt
Schwere Vorwürfe gegen Palästinenser-Vertreter

Während die Frau von Jassir Arafat hochrangigen Palästinenser-Vertretern vorwirft, dass diese den Palästinenser-Präsidenten lieber tot als lebendig sehen möchten, glaubt Israel daran, dass die lebenserhaltenden Geräte spätestens am Dienstag abgeschaltet werden.

HB PARIS. Die Ehefrau von Palästinenser- Präsident Jassir Arafat, Suha Arafat, hat hochrangigen Palästinenser-Vertretern vorgeworfen, den schwer kranken 75-Jährigen tot sehen zu wollen. Unklar blieb darauf hin, ob die Vertreter wie geplant heute (Montag) zu Arafats Krankenhaus nach Frankreich reisen würden.

„Ich flehe sie an, sich des Ausmaßes der Verschwörung bewusst zu werden“, schrie Suha am Montag in einem Interview des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira. „Sie versuchen, Abu Ammar (Arafat) lebendig zu begraben“, rief sie offenbar in Anspielung auf ein Abstellen von lebenserhaltenden Maschinen. Eine israelische Zeitung hatte zuvor berichtet, Israel gehe davon aus, dass die Geräte zur Versorgung Arafats am Dienstag abgestellt werden würden.

Palästinenser-Vertreter haben Suha Arafat vorgeworfen, den Zugang zu ihrem Ehemann einzuschränken und Informationen über seinen Gesundheitszustand zurückzuhalten. Jassir Arafat liegt seit Ende Oktober in einem Militärkrankenhaus bei Paris. Sein Zustand gilt als sehr ernst, eine genaue Diagnose ist jedoch nicht bekannt. Aus Palästinenser-Kreisen verlautete am Sonntag, er leide an Leberversagen. Suha hatte Jassir Arafat vor dessen Verlegung nach Frankreich drei Jahre lang nicht gesehen.

Am Sonntag war zudem berichtet worden, der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei, Außenminister Nabil Schaath und Arafats Stellvertreter als Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Mahmud Abbas, sollten nach Frankreich fliegen, um Arafat zu besuchen. Aus Palästinenser- Kreisen verlautete dagegen kurz vor der Ausstrahlung des Suha- Interviews, dies sei nur nicht mehr sicher. „Suha will nicht, dass die palästinensischen Führer kommen, um Arafat zu besuchen“, hieß es in der Nacht. „Die Verhandlungen gehen weiter und es ist nicht sicher, wann die Führer nach Paris kommen werden.“

Die israelische Zeitung „Jeditoh Ahronoth“ berichtete im Internet aus ihrer Montagausgabe, israelische Sicherheitsbehörden seien am späten Sonntagabend zusammengekommen, um über die Folgen von Arafats Tod für die Sicherheitslage in der Region zu beraten. „In Israel wird bei der Planung davon ausgegangen, dass Arafat am Dienstag von den medizinischen Geräten getrennt werden wird“, hieß es dazu auf YNet. Israelische Kommentatoren sagten, ein Besuch der drei Palästinenser-Vertreter würde als Zeichen von Führungsstärke gewertet werden und sei eine notwendige Voraussetzung, um Arafats Tod verkünden zu können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%