Israel
Botschafter will Nato-Einsatz gegen Hisbollah

Israel fliegt den zehnten Tag in Folge Angriffe auf Ziele im Libanon. Auch die Hauptstadt Beirut wurde erneut beschossen. UN-Generalsekretär Kofi Annan rief Israel und die Hisbollah zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Doch beide Seiten wollen weiter kämpfen. Israels Botschafter Stein fordert gar internationale militärische Unterstützung gegen die Milizen im Südlibanon.

HB BERLIN. Der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, hat sich angesichts der Nahost-Krise für ein stärkeres Engagement der internationalen Gemeinschaft ausgesprochen. Um die Hisbollah zu entwaffnen, forderte er eine Aktion unter Nato-Kommando nach dem Vorbild des Einsatzes in Afghanistan.

Der „Netzeitung“ sagte Stein, er erwarte eine Reaktion „mit Zähnen“, und nicht „einfach die UN-Einheiten, die ja dort als Schiedsrichter agieren, Papiere schreiben und die nach New York schicken.“ Damit könne man nichts bewirken. „Ich glaube, das ist die Stunde für die Staatengemeinschaft, Flagge zu zeigen in der Auseinandersetzung mit dem weltweiten Terrorismus.“ Notfalls müsse dies auch mit „militärischen Mitteln“ geschehen.

Die deutsche Regierung hielt sich mit Stellungnahmen zu den Kämpfen bislang zurück. Einem Zeitungsbericht zufolge soll aber der Bundesnachrichtendienst (BND) an einer Freilassung der von der Hamas und der Hisbollah festgehaltenen Soldaten aus Israel mitarbeiten. Der Geheimdienst nutze seine Zugänge zu den beiden radikalislamischen Gruppen, berichtete die „Berliner Zeitung“ am Donnerstag vorab aus ihrer Freitagausgabe ohne Angaben von Quellen. Die BND-Operation sei mit Russlands Auslandsgeheimdienst SWR abgestimmt. Darauf hätten sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow bei einem Treffen Ende Juni in Moskau geeinigt.

Dabei ging es laut Bericht um die Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit durch Palästinenser. Als am 12. Juli zwei weitere israelische Militärs von der Hisbollah in den Libanon entführt wurden, hätten sich Steinmeier und Lawrow noch am selben Abend telefonisch auf eine Ausweitung der gemeinsamen Geheimdienstoperation geeinigt.

Israel und die Hisbollah setzten ihre Kämpfe am zehnten Tag in Folge fort. In der Hauptstadt Beirut war am Freitagmorgen eine heftige Explosion zu hören, wie Augenzeugen mitteilten. Der Fernsehsender Al Arabija berichtete, die Angriffe hätten sich erneut gegen Stützpunkte der schiitischen Hisbollah-Miliz im Süden Beiruts gerichtet.





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Das Gebiet war in den vergangenen Tagen immer wieder Ziel von Luftangriffen, zuletzt am Donnerstagabend. Am Freitagmorgen griff die Luftwaffe auch die Ortschaft Nabi Schit im östlichen Bekaa-Tal an, wie der Hisbollah-Fernsehsender Al Manar berichteten. Nach Angaben von Augenzeugen wurden die Ortschaft sowie umliegende Hügel getroffen. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

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