Israel
„Deutsche Beteiligung an Schutztruppe unerlässlich“

Trotz der Ankündigung einer 48 Stunden langen Feuerpause hat Israel abermals einen Angriff auf Hisbollah-Posten im Libanon gefolgen. Die Hisbollah wiederum feuerte wieder Raketen Richtung Israel. Die Rufe nach einer internationalen Schutztruppe werden immer lauter. Auch Deutschland dürfe sich seiner Verantwortung nicht enziehen, fordert ein israelischer Ex-Botschafter.

HB BERLIN. Für einen dauerhaften Nahost-Frieden ist nach Ansicht des früheren israelischen Botschafters in Deutschland, Avi Primor, eine robuste internationale Schutztruppe unter Führung Frankreichs und unter Beteiligung Deutschlands unerlässlich. Der Mainzer Allgemeinen Zeitung sagte Primor: „Die Amerikaner und Briten wollen nicht, im Grunde kommt dann als Führungsnation nur Frankreich in Frage. Die Franzosen brauchen Unterstützung, und das können eigentlich nur die Deutschen sein.“

Allerdings sollten deutsche Truppen nicht entlang der israelisch- libanesischen Grenze stationiert sein. „Wir sind noch nicht so weit“, so Primor, „es könnte dazu kommen, das aus Versehen deutsche Soldaten auf Israelis schießen oder umgekehrt. Vor dem Hintergrund der Geschichte könnten beide Länder das nicht aushalten. Noch nicht.“ Deutsche Truppen könnten aber zwischen dem Norden Libanons und Syrien stationiert werden, „beispielsweise um zu verhindern, dass iranische Waffen über Syrien zur Hisbollah gelangen“, sagte Primor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Sonntag skeptisch zu einem Bundeswehr-Einsatz geäußert, aber andere Beiträge zur Stabilisierung der Lage in Aussicht gestellt. Sie und der britische Premierminister Tony Blair riefen die Vereinten Nationen (UN) auf, sich zügig für einen Waffenstillstand im Libanon einzusetzen.

Indes gehen die Kämpfe in Nahost weiter. Die von Israel angekündigte Feuerpause währte nur wenige Stunden: Am Morgen hatte ein isralischer Militärsprecher erklärt, die 48-stündige Einstellung der Luftangriffe gelte ab 01.00 Uhr MESZ. Aber bereits heute stiegen wieder Kampfjets auf. Der libanesische Außenminister Fausi Salluch warf Israel vor, die angekündigte Pause bei den Luftangriffen verletzt zu halten. „Israel hat die Angriffe zu Lande, aus der Luft und von See aus fortgesetzt“, sagte Salluch.

Nach dem verheerenden Luftangriff auf das Dorf Kana, bei dem am Sonntag mindestens 54 Zivilisten getötet worden waren, hatte Israel auf Druck der USA die Pause für Bombardierungen aus der Luft ausgerufen. Der Tod vor allem vieler Kinder hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Der UN-Sicherheitsrat äußerte sich „extrem schockiert und erschüttert“. US-Präsident George W. Bush erklärte, der Angriff mache deutlich, wie sehr sein Land und die Weltgemeinschaft auf einen dauerhaften Frieden hinarbeiten müssten.

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