Israel fliegt neue Luftangriffe Kämpfe in Gaza gehen unvermindert weiter

Der Beschuss zwischen militanten Palästinensern und Israel setzt sich fort. Aus Gaza kommen neue Raketen, während Israel weitere Luftangriffe fliegt. Fünf Palästinenser sollen getötet worden sein.
Update: 09.08.2014 - 16:48 Uhr Kommentieren
Rauch steigt in Gaza Stadt gen Himmel. Israel fliegt wieder Luftangriffe, während aus Gaza erneut Raketen fliegen. Quelle: ap

Rauch steigt in Gaza Stadt gen Himmel. Israel fliegt wieder Luftangriffe, während aus Gaza erneut Raketen fliegen.

(Foto: ap)

Gaza/Tel AvivNach dem Ende der Waffenruhe im Gaza-Konflikt haben sich Israel und die radikale Palästinenser den zweiten Tag in Folge gegenseitig beschossen. Israel habe mehr als 30 Ziele im Gazastreifen bombardiert, teilte das Militär am Samstag mit. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben fünf Araber getötet. Drei Moscheen, drei Häuser und ein Sicherheitskomplex der radikalen Hamas seien bombardiert worden, sagten Ärzte. Die Extremisten in dem von der Hamas beherrschten Küstengebiet schossen nach Militärangaben ihrerseits 15 Raketen auf Städte im israelischen Süden ab. Schaden richteten sie nicht an. Am Freitag hatten sie mindestens 57 Raketen abgefeuert.

Eine Verhandlungslösung ist weiter nicht in Sicht. Israel werde seine Unterhändler solange nicht zurück zu den Friedensgesprächen nach Kairo schicken, wie die Kämpfe andauerten, hieß es in israelischen Regierungskreisen. Ägypten wollte seine Vermittlungsbemühungen am Samstag bei Treffen mit Palästinenser-Vertretern vorantreiben.

Am Freitagmorgen war eine 72-stündige Waffenruhe ausgelaufen, ohne dass sich beide Seiten in Kairo auf eine Verlängerung einigen konnten. Bei den seit dem 8. Juli andauernden Kämpfen sind nach Angaben der Behörden im Gazastreifen knapp 1900 Palästinenser getötet worden. Israel spricht von 64 getöteten Soldaten sowie drei Zivilisten, die bei dem Beschuss durch Raketen ums Leben kamen.

Nach dem neuen Aufflammen der Gewalt steigt die Zahl der Flüchtlinge in Gaza wieder. Rund 220 000 Menschen suchten derzeit in Einrichtungen der UN Schutz, schrieb Chris Gunness, Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, auf Twitter. Die Zahl war während der Waffenruhe vorübergehend gesunken, weil viele Menschen in ihre Wohngebiete zurückgekehrt waren.

Proteste im Westjordanland

Am Freitagabend war es im Westjordanland zu Protesten gegen den israelischen Einsatz gekommen. Dabei wurde nahe Ramallah ein 19-jähriger Palästinenser von einem israelischen Soldaten erschossen. Bei einer Demonstration in Hebron wurden rund 40 Personen verletzt, zehn davon durch scharfe Munition.

Israel will nicht über eine neue Feuerpause verhandeln, solange der Beschuss aus Gaza andauert. Die Palästinenser begründen die Aufgabe der Feuerpause damit, dass ihre Forderungen nicht erfüllt würden.

Als Bedingung für eine dauerhafte Waffenruhe nennen sie eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Neben einem Ende von Einschränkungen von Geldüberweisungen und einer Ausweitung der Fangzone für Fischer bestehen sie auf dem Bau eines See- und eines Flughafens in Gaza. Außerdem sollen Häftlinge in Israel freigelassen werden.

Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Dies lehnt die Hamas bislang ab.

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  • dpa
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