Israel
Friedensgespräche werden beschleunigt

Im Nahost-Friedensprozess gibt es wieder positive Signale. Das israelische Staatsoberhaupt Ehud Olmert sowie der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, bekräftigten, die weiteren Verhandlungen beschleunigen zu wollen. Im Mittelpunkt steht dabei nach wie vor die Blockade des Gazastreifens.

HB JERUSALEM. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben am Dienstag bei einem Treffen in Jerusalem eine Beschleunigung der Friedensgespräche vereinbart. Israelische Medien berichteten, die beiden hätten sich zudem zu einem weiteren Treffen in zwei Wochen verabredet. Olmert sagte den Berichten zufolge bei dem Treffen in seinem Privathaus humanitäre Hilfe für den Gazastreifen zu. Abbas habe auch eine Aufhebung der Blockade des von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifens gefordert.

Der Streit über die Jerusalem-Frage bei den Verhandlungen über die Kernpunkte des Konflikts sei nicht zur Sprache gekommen, berichtete das israelische Fernsehen. Abbas hatte zuvor gefordert, das Thema nicht aufzuschieben. Olmert steht innenpolitisch unter Druck, weil die streng religiöse Schas-Partei mit einem Ausscheiden aus der Koalition gedroht hat, sollten Verhandlungen über eine Teilung Jerusalems beginnen. Auch die Leiter der Verhandlungsteams beider Seiten, Israels Außenministerin Zipi Liwni und der ehemalige palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia, waren bei der Zusammenkunft in Jerusalem anwesend.

Der amtierende palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad forderte am Dienstag schnellere Fortschritte bei den Friedensgesprächen mit Israel. Anderenfalls könne man keine Einigung vor Jahresende erzielen, betonte er vor jüdischen US-Repräsentanten in Jerusalem. Seit der Konferenz in Annapolis in den USA im November habe es keine ausreichenden Fortschritte gegeben, sagte Fajad. Beide Seiten hatten sich dabei auf eine Wiederaufnahme der sieben Jahre brachliegenden Friedensgespräche geeinigt. Erklärtes Ziel war eine endgültige Friedensregelung bis Ende 2008.

Andauernde israelische Bauaktivitäten in Ost-Jerusalem sowie ständige Raketenangriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen haben die im Januar offiziell wieder aufgenommenen Verhandlungen seitdem überschattet. Liwni und Kureia hatten Mitte Januar offiziell die Verhandlungen über die Kernfragen des Nahost- Konflikts aufgenommen.

Bei einem Angriff auf israelische Grenzsoldaten im Gazastreifen wurde am Dienstag ein Palästinenser getötet. Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, der bewaffnete Mann habe sich nahe Kissufim Truppen genähert, die am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen stationiert sind. Der Palästinenser habe das Feuer eröffnet und sei dann von Schüssen der Soldaten tödlich getroffen worden.

Bei Schießereien östlich von Chan Junis wurde ein zehnjähriger Palästinenserjunge lebensgefährlich am Kopf verletzt. Eine Armeesprecherin teilte mit, die Soldaten seien nicht in dem Gebiet gewesen, in dem der Junge verletzt wurde. Man habe lediglich am Grenzzaun das Feuer bewaffneter Palästinenser erwidert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%