Israel: Häftlinge sollen hinter Gitterm versorgt werden
Hungerstreikende Palästinenser dürfen nicht ins Krankenhaus

Den 2800 palästinensischen Häftlingen im Hungerstreik will Israel eine Einlieferung in seine Krankenhäuser verwehren. Die Gefangenen sollen stattdessen hinter Gittern provisorisch medizinisch versorgt werden, sagte der israelische Gesundheitsminister Danny Naveh am Dienstag im Armeerundfunk.

HB JERUSALEM. „Ich bin nicht auf eine Situation eingerichtet, in der das Leben der Patienten und des medizinischen Personals in unseren Krankenhäusern gefährdet wird, weil wir diese Mörder aufnehmen müssen.“ Die Gefangenen sind vor neun Tagen aus Protest gegen die Haftbedingungen in israelischen Gefängnissen in den Hungerstreik getreten.

Der palästinensische Minister für Gefangenen-Angelegenheiten Hischam Abdel-Rasek wies Navehs Worte umgehend als unmenschlich und arrogant zurück. „Israel verhält sich wie ein Staat jenseits des Gesetzes, und die israelischen Politiker verhalten sich wie jenseits des israelischen Gesetzes“, sagte er.

Israels Minister für Innere Sicherheit, Zahi Hanegbi, hatte bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass es ihm egal sei, wenn sich die Gefangenen zu Tode hungerten. Einem Gefängnissprecher zufolge ist der Gesundheitszustand der Häftlinge bislang noch nicht Besorgnis erregend.

Die Häftlinge verstehen ihren Streik als Symbol des Widerstandes gegen die israelische Besetzung des Westjordanlands und des Gaza-Streifens. Sie werfen Israel vor, sie all ihrer Rechte zu berauben, ihre Würde nicht zu wahren und sie wie Tiere zu behandeln. Mit ihrem Streik wollen sie unter anderem ein Ende der Leibesvisitationen, häufigere Besuche durch Angehörige, bessere Sanitäranlagen und das Aufstellen von Telefonzellen erreichen. Die israelischen Behörden argumentieren, dass sich die Gefangenen von veränderten Haftbedingungen leichtere Kommunikation mit militanten Gruppen erhoffen.

Etwa 7000 Palästinenser sitzen in israelischen Gefängnissen, darunter auch bekennende Unterstützer Israel-feindlicher radikaler Gruppen. Deshalb gibt es in der israelischen Bevölkerung wenig Sympathisanten für die Streikenden.

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