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16.07.2008 
Gefangenenaustausch

Israel identifiziert tote Soldaten

Der von Deutschland vermittelte Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz kann in seine zweite Phase treten: Israelische Spezialisten haben die Identität der beiden getöteten Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser bestätigt.

Anhänger der Hisbollah übergeben dem Roten Kreuz die beiden Särge. Foto: dpa Lupe

Anhänger der Hisbollah übergeben dem Roten Kreuz die beiden Särge. Foto: dpa

HB TEL AVIV. Die Bestätigung gab eine Armeesprecherin in Tel Aviv. Nach der erfolgreichen Identifizierung ist der Weg jetzt frei für die Freilassung des libanesischen Top-Terroristen Samir Kuntar sowie von vier Hisbollah-Kämpfern.

„Es war wie ein stummer Aufschrei“, beschrieb Rabbi David Meir Druckman die schockierte Reaktion der Angehörigen, als sie die dramatischen Fernsehbilder von zwei dunklen Särgen der toten israelischen Soldaten sahen. „Dies ist ein schwarzer Tag“, sagte der Rabbiner von Kiriat Motzkin im Norden Israels, der am Mittwoch in dem Moment der Wahrheit der Familie einer der Soldaten Beistand leistete. „Ich konnte sie kaum anschauen, das sind Dinge, die man gar nicht in Worte fassen kann – ich würde es meinen schlimmsten Feinden nicht wünschen.“

Nach zwei Jahren des Bangens und Hoffens erfuhren die Familien der beiden israelischen Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser, deren Entführung im Juli 2006 den Libanonkrieg auslöste, nun die traurige Wahrheit. Zwei schlichte schwarze Särge mit den sterblichen Überresten präsentierte ein Führungsmitglied der libanesischen Hisbollah-Miliz nach langem Katz- und Mausspiel am Grenzübergang Rosch Hanikra, der auf der libanesischen Seite Nakura heißt.

Damit erwies sich die leise Hoffnung der Familien als trügerisch, ihre Söhne könnten ihre schweren Verletzungen bei dem Angriff von Hisbollah-Kämpfern auf ihre Militärfahrzeuge doch überlebt haben. „Es war schlimm, die Särge zu sehen“, sagte Zvi Regev, Vater eines der Soldaten.

Nachbarn zündeten nach Eintreffen der traurigen Nachricht neben dem Haus der Regev-Familie Gedenkkerzen an. Eine Tante Regevs brach weinend und schreiend zusammen. In die Trauer über den Verlust der jungen Männer, die am letzten Tag ihres Reservedienstes auf einer Patrouille an der israelisch-libanesischen Grenze entführt worden waren, mischten sich auch Hass und Wut, insbesondere angesichts der Freudenfeiern im Libanon und im palästinensischen Gazastreifen.

Nachbarn schworen Rache an Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. „Wir werden ihn bekommen, auch wenn es 20 Jahre dauert“, rief ein aufgebrachter Mann. „Es hilft ihm nicht, wenn er sich feige in seinem Bunker versteckt.“

Man versucht sich in Israel mit dem Gefühl der moralischen Überlegenheit zu trösten. Es wird Abscheu über die libanesische Gesellschaft geäußert, die Mörder als Volkshelden feiere. Er habe Mitleid mit Nasrallah und dem libanesischen Volk, „wenn das der große Erfolg ist, uns bis zuletzt in Ungewissheit zu lassen“, sagte Schlomo Goldwasser.

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