Israel
Jeder Angriff soll Beirut zehn Häuser kosten

Israel hat offenbar einen Vergeltungsbefehl erteilt: Die israelische Luftwaffe soll einem Zeitungsbericht zufolge für jeden Hisbollah-Angriff auf Haifa zehn Häuser in Beirut zerstören. Die schweren Bombardements in der libanesischen Hauptstadt am Dienstag seien eine Umsetzung dieser Anweisung von Generalstabschef Dan Haluz gewesen.

HB TEL AVIV. Für Raketenangriffe auf Haifa sei ein „bedeutender Preis“ festgelegt worden, berichtete die israelische Tageszeitung „Maariv“. Der schwere Angriff auf Beirut vom Vortag sei eine Umsetzung dieses Befehl gewesen und habe exakt zehn Gebäude zerstört, berichtete das Blatt weiter. Als Quelle für ihren Bericht gab die Zeitung ein Hintergrundgespräch mit einem ranghohen Vertreter der israelischen Luftwaffe an. Die Pressestelle der Armee bestreitet jeodch, dass einen solchen Befehl gibt.

Die Hisbollah feuerte auch heute Raketen auf den Norden Israels. Laut Polizei und Ärzten wurden mehrere Menschen verletzt. In der Küstenstadt Haifa sei eine Rakete neben einem Auto eingeschlagen und habe den Fahrer schwer verwundet. Den Angaben zufolge hat die Hisbollah auch die israelischen Städte Acre, Carmiel und Safed mit Raketen beschossen. Hisbollah-Chef Sajjed Hassan Nasrallah hatte vor wenigen Stunden mit einer Ausweitung der Angriffe auf Israel gedroht. Er betonte zudem, dass die libanesische Miliz für einen Waffenstillstand nicht jede beliebige Bedingung hinnehmen werde.

Israel liefert sich seit etwa zwei Wochen Gefechte mit der radikalen Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Dabei erlitt die israelische Armee nach Berichten des arabischen Fernsehens am Mittwoch erstmals schwere Verluste. Mindestens neun israelische Soldaten seien bei den Kämpfen ums Leben gekommen. Die Gefechte ereigneten sich in der Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil. Auch Ärzte berichteten am Mittag von mehreren Toten auf israelischer Seite.

Botschafter in Deutschland: Unakzeptable Verleumdung durch Annan

Für Aufsehen in den westlichen Ländern sorgte ein israelischen Luftangriff auf einen UN-Beobachtungsposten an der libanesischen Grenze. Dabei wurden in der Nacht vermutlich alle vier Soldaten getötet. UN-Generalsekretär Annan sprach von einer "offenbar vorsätzlichen" Attacke. Israel wies den Vorwurf als "voreilig und falsch" zurück.

Die israelische Regierung bedauere "den tragischen Tod von UN-Mitarbeitern im Libanon" zutiefst, erklärte das israelische Außenministerium in der vergangenen Nacht. "Israel zielt nicht auf Mitarbeiter der UN." Seit dem Beginn des Konflikts habe Israel vielmehr alles getan, um für die Sicherheit von UN-Mitarbeitern in der Region zu sorgen. Der Zwischenfall werde "gründlich untersucht". Ein Militärsprecher sagte, die Ermittlungen seien bereits im Gange.

Israels Botschafter in Deutschland warf Annan Verleumdung vor. Der Der Vorwurf eines vorsätzlichen Angriffs sei eine unakzeptable Verleumdung, sagte Shimon Stein dem Sender N24. Israel werde von Annan eine Entschuldigung fordern. Bei Luftangriffen gebe es immer wieder versehentlich Treffer gegen Ziele, die man nicht angreifen habe wollen, verteidigte Stein das Vorgehen des Militärs. „In Kämpfen geschehen auch tragische Unfälle, und das zählt auch dazu.

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