Israel
Kadima-Vorsprung schrumpft

Fünf Tage vor dem Urnengang schrumpft der Zuspruch für die Kadima-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Olmert. Der machte ein Ja zum Abbau der Siedlungen inzwischen zur Voraussetzung für eine Koalition.

HB JERUSALEM. Die am Donnerstag in den Zeitungen „Jedioth Ahronoth“ und „Maariw“ veröffentlichten Umfragen für einen knapperen Wahlsieg versetzten den Hoffnungen der neuen Partei einen Dämpfer, eine stabilere Regierung mit möglichst wenig Koalitionspartnern bilden zu können. Demnach würde Kadima 36 bis 37 der insgesamt 120 Sitze in der Knesset erhalten.

Olmert hatte Anfang der Woche die Hoffnung geäußert, dass seine Partei mehr als 40 Abgeordnete ins Parlament schicken kann. Dies würde ihm einen größeren Rückhalt verschaffen, um seinen Plan durchzusetzen, die endgültigen Grenzen des Landes bis zum Jahr 2010 festzulegen - mit oder ohne die Beteiligung der Palästinenser an dieser Entscheidung.

Hinter der Kadima konnte sich die linke Arbeitsparte in den Umfragen an Platz zwei auf 21 Mandate verbessern. Der rechtskonservative Likud an Rang drei rutschte auf 14 Sitze ab.

Olmert führt die Regierungsgeschäfte seit dem Schlaganfall von Ministerpräsident Ariel Scharon Anfang Januar. Die von Scharon wenige Monate vor seiner schweren Erkrankung gegründete Kadima hat die Parteienlandschaft in Israel gründlich verändert. Erstmals gibt es in dem jüdischen Staat eine Partei, die eine breite Mitte besetzt. Sie zieht Wähler aus beiden Lagern an, aus der Linken und der Rechten, die sich jahrzehntelang auf jeweils 50 Prozent der Wähler stützen konnte.

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