Israel
Kehrt „Bibi“ auf die Bühne zurück?

Israel wählt ein neues Parlament, die besten Chancen hat der konservative Hardliner und Ex-Premier Benjamin Netanjahu. Doch der Vorsprung auf Zipi Livnis Kadima schrumpft. Rechtsaußen Avigdor Liebermann könnte mit seiner Partei zur dritten Kraft werden.

TEL AVIV. Er versucht es nochmals. Der Mann, der bereits in den 90er-Jahren Premier in Israel war, will erneut an die Spitze der Regierung. Heute Abend um 22 Uhr örtlicher Zeit, so hofft er, wenn im Fernsehen die Resultate der Hochrechnungen verlesen werden, wird der Name seiner Likud-Partei an erster Stelle genannt. Dann könnte Benjamin Netanjahu als Nachfolger von Ehud Olmert ins Büro des Regierungschefs einziehen.

Die Umfragen sagen ihm zwar schon seit Wochen einen Sieg voraus. Aber in den vergangenen Tagen ist sein einst komfortabler Vorsprung auf die Kadima-Partei von Außenministerin Zipi Liwni kleiner geworden. Der Sieg ist dem Likud deshalb noch nicht sicher. Ihm wurden am Freitag 27 Sitze vorausgesagt, der Kadima 25.

Viele Wähler wussten gestern noch nicht, welcher Partei sie heute ihre Stimme geben wollen. Dabei könnte auch das Wetter das Resultat beeinflussen. Nach wochenlanger Dürre mit sommerlichen Temperaturen sind für heute "lokale Schauer" und Sturmböen angesagt. Das könnte Netanjahu Stimmen kosten: Weil viele seiner Wähler überzeugt seien, dass der Likud ohnehin gewinnt, würden sie zu Hause bleiben, befürchten Likud-Strategen.

Auf jeden Fall zeichnet sich in den Umfragen ab, dass der rechte Block in der 120-köpfigen Knesset die Mehrheit haben wird. Ihm werden 66 Mandate prognostiziert. Die Rechte profitiere von der "Kriegsatmosphäre", sagen Experten in Jerusalem. Die Wahlen finden nur sechs Wochen nach dem Gaza-Krieg gegen die radikal-islamische Hamas statt, die Israel mit einem Raketenhagel überzieht. Die Angst vor der palästinensischen Bedrohung habe die Rechte gestärkt. Der Linken werden nur 54 Sitze vorhergesagt. Seit Freitag dürfen laut Wahlgesetz keine Umfragen mehr publiziert werden.

Netanjahu, den Freund und Feind "Bibi" nennen, war bereits von 1996 bis 1999 Regierungschef. In den vergangenen Tagen hat er versucht, im rechten Wählerspektrum Stimmen zu holen. Er werde keine Konzessionen gegenüber den Palästinensern machen, versprach er. Denn jeder Quadratmeter, den man ihnen im Westjordanland abtrete, werde in Irans Kontrolle übergehen. Den 1967 von Syrien eroberten Golan preist Netanjahu als unverzichtbaren Teil Israels. Und Jerusalems Einheit werde er nicht antasten, versprach der mögliche künftige Premier.

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