Geste des guten Willens: Wie angekündigt hat Israel fast 200 palästinensische Häftlinge freigelassen. Damit ist das Land von dem Prinzip abgerückt, keine Palästinenser freizulassen, die "Blut an den Händen haben".
Ofer-Gefängnis in Jerusalem: Israel ließ am Montag etwa 200 palästinensische Gefangene frei. Foto: Reuters
Unter den Freigelassenen befand sich auch der bislang am längsten in Israel einsitzende palästinensische Häftling. Der 57-jährige Said al Atba wurde schon vor 32 Jahren wegen eines Bombenanschlags zu lebenslanger Haft verurteilt und gilt für viele Palästinenser als Symbol ihres Freiheitskampfes.
Ebenfalls freigelassen wurde Mohammed Abu Ali, der während seiner Haft für die Fatah ins Parlament gewählt wurde. Er wurde 1980 der Ermordung eines jüdischen Siedlers im Westjordanland für schuldig befunden. Später wurde seine lebenslange Haftstrafe bekräftigt, weil er im Gefängnis einen der Kollaboration mit Israel verdächtigen Palästinenser umbrachte.
Israel ist damit von dem Prinzip abgerückt, keine Palästinenser freizulassen, die "Blut an den Händen haben" - also Israelis getötet haben. Regierungssprecher Mark Regev räumte ein, dass dies keine leichte Entscheidung gewesen sei. Aber: "Wir glauben, dass diese Maßnahme den Verhandlungsprozess unterstützen und guten Willen schaffen kann." Israel will dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas den Rücken stärken, nachdem dieser wegen des Machtkampfes mit der Hamas und mangelnder Erfolge bei den Friedensverhandlungen mit Israel in Bedrängnis geraten ist. In israelischen Gefängnissen sitzen zurzeit rund 9 000 palästinensische Gefangene. Abbas hat Israel mehrfach aufgefordert, diese Zahl zu reduzieren.


