Israel mit Anschlägen gedroht
Extremisten schwören Rache wegen Arafats Tod

Radikale Palästinenser haben nach dem Tod Arafats neue Anschläge in Israel angekündigt. Sie beschuldigen Israel, den am Freitag beigesetzten Palästinenser-Präsidenten vergiftet zu haben und schworen daher Rache.

HB GAZA-STADT. Obwohl die palästinensische Regierung mehrfach Spekulationen über eine Vergiftung Arafats entgegentrat, glauben weiterhin viele seiner Landsleute an einen israelischen Mordanschlag. Die Drohung mit neuen Anschlägen trübte die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Friedensprozesses nach dem Ableben Arafats, den Israel und die USA als Verhandlungspartner abgelehnt hatten.

„Wir werden auf die Ermordung unseres Anführers und Symbols mit Anschlägen in der Tiefe Israels antworten“, hieß es in der Mitteilung der „Jassir-Arafat-Brigaden“, einer Splittergruppe der Fatah. „Wir warnen ernsthaft jeden, der versucht, Geschäfte zu Lasten der palästinensischen Sache zu machen“, hieß es mit Blick auf Gespräche mit dem jüdischen Staat.

Dem palästinensischen Außenminister Nabil Schaath zufolge haben die Ärzte in dem französischen Militärkrankenhaus bei Paris, wo Arafat seit Ende Oktober behandelt wurde und am Donnerstag starb, einen Tod durch Vergiftung kategorisch ausgeschlossen. Allerdings blieb eine genaue Diagnose der Todesursache weiter unklar.

An den Vermutungen vor allem radikaler Palästinenser änderten die Beteuerungen der Regierung freilich nichts. „Wir riechen das jüdische Gift“, sagte Prediger Ibrahim Mderes in der bedeutendsten Moschee in Gaza-Stadt. „Wir fordern, dass die Führung uns die Wahrheit sagt. Wir kennen die Wahrheit.“

Diese Überzeugung könnte noch zu einem Hemmnis im Friedensprozess in der Region werden, für den viele nach dem Tod Arafats neue Hoffnungen sehen. So sprach Israels Ministerpräsident Ariel Scharon von einem Wendepunkt. Palästinenser-Minister Saeb Erekat sagte in einem Fernsehinterview an die Adresse Israels: „Wir wollen Frieden.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%