Israel nennt Ergebnis inakzeptabel
Palästinenser uneins über Waffenstillstand

Die militanten Palästinenser-Organisationen haben sich in Kairo nicht darüber verständigen können, die Waffen ruhen zu lassen. Nur israelische Zivilisten sollen geschont werden.

HB BERLIN. Die Verhandlungen palästinensischer Organisationen über einen umfassenden Waffenstillstand sind am Sonntag in Kairo gescheitert. Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kurei reiste ab, ohne dass bei den Beratungen in Ägypten ein konkretes Abkommen ausgehandelt worden wäre.

Die Gespräche scheiterten am Widerstand der militanten Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad: Sie hatten sich lediglich bereit erklärt, Zivilisten in Israel zu schonen. Dagegen lehnten sie es ab, keine weiteren Angriffe auf israelische Soldaten und Siedler in den besetzten Gebieten auszuführen.

Im Gegensatz dazu hatten sich die palästinensische Autonomiebehörde unter Kurei sowie die Fatah-Bewegung von Präsident Jassir Arafat für eine umfassende Waffenstillstandserklärung ausgesprochen. Dies lehnten Hamas und Islamischer Dschihad jedoch strikt ab.

"Die Hamas ist zu einem umfassenden Waffenstillstand nicht bereit", sagte einer der Delegationsführer der Organisation, Mohammed Nasal. Die militanten Organisationen weigerten sich zudem, offiziell Kurei ein Mandat für Verhandlungen mit Israel zu erteilen.

Zudem sprach der Gründer der militanten Organisation Hamas, Scheich Ahmed Jassin, Israel unterdessen erneut das Existenzrecht ab. "Wir sind gegen einen jüdischen Apartheidstaat auf dem Boden von Palästina", sagte Jassin in einem Interview mit dem Magazin "Der Spiegel".

Regierung und Opposition in Israel bezeichneten das Ergebnis der Kairoer Verhandlungen als inakzeptabel. "Israel kann nicht zwischen seinen Bürgern und Soldaten differenzieren", sagte Ministerpräsident Ariel Scharon. Ähnlich äußerte sich der Oppositionspolitiker Jossi Beilin: "Wir können niemals einwilligen, zwischen Blut und Blut zu differenzieren."

Für Streit im israelischen Kabinett sorgte unterdessen der Vorschlag von Vize-Ministerpräsident Ehud Olmert, Israel sollte sich weitgehend aus den besetzten Gebieten zurückziehen und einseitig eine Grenze festlegen. Der rechtsradikale Kabinettsminister Avigdor Lieberman habe Ministerpräsident Ariel Scharon wegen der Äußerungen seines Stellvertreters scharf angegriffen, berichtete der israelische Rundfunk am Sonntag.

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