Israel

Netanjahu bietet Abbas Friedensgespräche an

Israels Regierungschef hat Mahmud Abbas sofortige Friedensverhandlungen vorgeschlagen. Gleichzeitig betonte Netanjahu aber auch altbekannte Positionen. Die letzte Verhandlungsrunde war ergebnislos abgebrochen worden.
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas Gespräche angeboten. Quelle: dpa
Benjamin Netanjahu

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas Gespräche angeboten.

(Foto: dpa)

JerusalemBenjamin Netanjahu hat sich zu sofortigen Friedensgesprächen ohne Vorbedingungen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas bereit erklärt. "Ich bin bereit, nach Ramallah oder jeden anderen Ort zu gehen, um direkt zu verhandeln", sagte Israels Regierungschef am Dienstag vor Mitgliedern der Gruppe Women Wage Peace (Frauen machen Frieden). "Ich habe keine Vorbedingungen für Verhandlungen", fügte er hinzu.

Die Bemerkungen wurden nach dem Treffen mit den Aktivistinnen von seinem Büro verbreitet. Allerdings betonte Netanjahu darin auch seine altbekannte Position: "Die Lösung ist zwei Staaten für zwei Völker - einen demilitarisierten palästinensischen Staat, der den Nationalstaat des jüdischen Volkes anerkennt".

Autokorso, Feuerwerk und Freudentänze
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Nach 50 Tagen blutiger Kämpfe mit nur wenigen Unterbrechungen sollen nun im Gaza-Krieg die Waffen schweigen. Die „dauerhafte und umfassende“ Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern, die bis zur letzten Minute ihre gegenseitigen Angriffe fortsetzen, trat am Dienstagabend um 19.00 Uhr Ortszeit in Kraft.

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Die beiden wichtigsten militärisch aktiven Gruppen im Gazastreifen, Hamas und Islamischer Dschihad, stimmten dem Waffenstillstand ebenso wie Israel zu.

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Militante Palästinenser im Gazastreifen feuerten nach Verkündung der unbefristeten Waffenruhe mit Israel immer wieder Freudenschüsse in die Luft. Ungeachtet der dramatischen Zerstörungen feierten die Menschen in der Küstenenklave die Waffenruhe-Vereinbarung am Dienstagabend als einen großen Triumph.

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Aus Moscheen wurde über Lautsprecher der Sieg der radikal-islamischen Hamas und des palästinensischen Widerstands verkündet. „Gott ist groß, lang lebe Hamas, lang lebe das palästinensische Volk“, lauteten die Botschaften.

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Seit Beginn des jüngsten Gazakriegs am 8. Juli kamen mindestens 2133 Palästinenser ums Leben, mehr als 11.000 wurden bei den Angriffen verletzt. Die UN schätzen zudem, dass mehr als 17.000 Wohnhäuser zerstört und rund 100.000 Menschen obdachlos wurden. Auf israelischer Seite kamen 68 Menschen ums Leben, darunter vier Zivilisten.

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Ein Führer der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad sagte, die Vereinbarung sehe eine Einstellung der Feindseligkeiten, eine Öffnung der Grenzübergänge, den Wiederaufbau des Gazastreifens sowie eine schrittweise Ausweitung der Fischereizone auf zwölf Seemeilen vor.

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Israel hat allerdings betont, man werde die Einfuhr von Gütern und vor allem Baumaterialien weiter kontrollieren. Nach Angaben israelischer Repräsentanten werden in der Vereinbarung die Forderungen der Hamas nach einem See- und Flughafen in Gaza, der Freilassung von Häftlingen sowie der Überweisung von Geldern vorerst nicht erfüllt.

Wenn die Aktivistinnen den palästinensischen Präsidenten träfen, sollten sie ihm sagen: "Ich bin bereit zu einem Treffen, wenn er es ist", sagte Netanjahu weiter. Die letzte Runde der Friedensgespräche unter US-Schirmherrschaft waren im April 2014 nach neun Monaten ergebnislos abgebrochen worden.

  • afp
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