Israel
Neue Gewalt gefährdet Waffenruhe in Nahost

Nach nur zwei Monaten droht die vereinbarte Waffenruhe in Nahost zu zerbrechen. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon will die neue Gewalteskalation zum zentralen Thema seines Treffens mit US-Präsident Bush machen.

HB WACO. Der Besuch Scharons in den USA fällt zusammen mit einem Wiederaufflammen der Unruhen in den Palästinenser-Gebieten, seit er und der palästinensische Präsident Mahmud am 8. Februar eine Waffenruhe verkündet hatten.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden am Samstag und Sonntag mehr als 70 Werfergranaten und Raketen auf jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen abgefeuert. Opfer gab es dabei aber keine. Zuvor hatten israelische Soldaten drei palästinensische Jugendliche erschossen.

Scharon bezeichnete den Beschuss der Siedlungen als Verstoß gegen die vereinbarte Waffenruhe. Ein enger Vertrauter Scharons zitierte den Ministerpräsidenten mit den Worten: „Der Beschuss war ein ungeheuerlicher Verstoß der Vereinbarung von Scharm el-Scheich und wird ein zentrales Thema bei meinen Gesprächen mit Präsident Bush sein.“ In Scharm el-Scheich war die Waffenruhe ausgehandelt worden.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf, den Beschuss der jüdischen Siedlungen umgehend zu stoppen. Ansonsten drohe die in Scharm el Scheich erreichte Verständigung zusammenzubrechen, sagte Mofas. Er verlangte von Abbas die Entsendung von Truppen, um die Mörser-Angriffe zu beenden.

Die radikal-islamische Hamas-Organisation erklärte, die Mörserangriffe seien Rache für die Tötung der drei Jugendlichen in der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten. Die palästinensische Autonomiebehörde schickte einen offiziellen Protest an Israel. Die Tötung wurde als „schreckliches Verbrechen israelischer Soldaten an drei palästinensischen Kindern“ bezeichnet. Die israelische Armee hatte erklärt, die Palästinenser seien Waffenschmuggler gewesen.

Die israelische Polizei nahm am Sonntag am Rande des Tempelbergs in Jerusalem mehr als 30 ultrarechte Juden fest. Dabei handelte es sich um Mitglieder der radikalen Bewegung Rewawa (Die Zehntausend), die sich für die Errichtung eines neuen jüdischen Tempels ausspricht. Etwa 3000 Polizisten waren im Einsatz, um ihren demonstrativen Besuch auf dem Tempelberg zu verhindern.

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