Israel
„Noch keine Stunde der Diplomatie“

In Nahost ist ein Ende des Bombens vorerst nicht in Sicht: Nach Ansicht des israelischen Botschafters in Deutschland ist die die „Stunde der Diplomatie noch nicht gekommen“. Israel sei entschlossen, die Hisbollah vollständig aus dem Südlibanon zu vertreiben. Die Vereinten Nationen erwägen trotz dieser Erklärung die Entsendung von Friedenstruppen in das Krisengebiet.

HB HAMBURG. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsratsrates wollen noch am Montag über die Entsendung einer zusätzlichen multilateralen Beobachtertruppe in den Libanon beraten. Er betrachte das Thema als äußerst dringlich und werde es daher auf dem Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) in St. Petersburg vorantreiben, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten hatten schon am Wochenende über die Möglichkeit einer Beobachtertruppe beraten. In einer Erklärung hieß es, sie würden die Prüfung einer solchen Option begrüßen. Vor allem die USA und Großbritannien unterstrichen die Notwendigkeit einer internationalen Friedenstruppe besonders.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, mit einer solchen Truppe solle eine weitere Zuspitzung der Gewalt zwischen israelischen Streitkräften und der Hisbollah-Miliz im südlichen Libanon verhindert werden. Bislang ist im Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel nur eine relativ kleine UN-Einheit stationiert.

Israel selbst reagierte am Montag verhalten auf den Vorschlag. Es sei derzeit noch zu früh, über eine neue internationale Beobachtertruppe in dem Gebiet zu reden, sagte ein Regierungssprecher in Jerusalem. Momentan gehe es hauptsächlich darum, sicherzustellen, dass die Hisbollah-Miliz nicht mehr an der Nordgrenze Israels präsent sei, betonte er.

Auch für den israelischen Botschafters in Deutschland, Shimon Stein, ist ein Ende des Bombens vorerst nicht in Sicht. „Vielleicht ist die Stunde der Diplomatie noch nicht gekommen“, sagte der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Bisher habe Israel rund ein Viertel des militärischen Potenzials der Hisbollah im Süden Libanons zerstört. Die Angriffe Israels seien kein Fehlschlag. Das in den vergangenen sechs Jahren im Süden Libanons aufgebaute Potenzial der Hisbollah sei so groß, dass es nicht binnen weniger Tage beseitigt werden könne.

Der Abzug der Hisbollah aus dem Süden Libanons ist nach den Worten von Stein für Israel wesentlich: „Es wird für Israel keinen Status quo ante (wie vorher) mehr geben“, sagte der Botschafter. Die beiden Terrororganisationen Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Libanon, mit denen Israel konfrontiert sei, hätten keine Chance gehabt, sich so stark zu etablieren, wenn Syrien und der Iran sie nicht finanziell und militärisch unterstützt hätten, sagte Stein.

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