Israel
Olmert will Trennung von Palästinensern vorantreiben

Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert will die Trennung von den Palästinensern vorantreiben. Er plant, weitere Teile der besetzten Gebiete an die Palästinenser abzutreten. An den größten Siedlungsblöcken im Westjordanland will er jedoch dauerhaft festhalten.

HB JERUSALEM. In einem Fernsehinterview erklärte Olmert am Dienstagabend, seine Kadima-Partei werde die einseitige Trennung von den Palästinensern fortsetzen. Erstmals nannte damit ein ranghoher Politiker Einzelheiten zu den künftigen Grenzen des Landes.

„Wir werden uns von großen Teilen der palästinensischen Bevölkerung in Judäa und Samaria trennen“, erklärte Olmert. „Damit sind wir gezwungen, Territorien zu verlassen, die heute unter israelischer Kontrolle stehen.“ Bei den Siedlungsblöcken handelt es sich um Ariel, das tief im Westjordanland liegt, sowie die Jerusalemer Vororte Gusch Etzion und Maaleh Adumin. Israel werde an einem „geeinten Jerusalem“ festhalten, erklärte Olmert. Diese Wortwahl schließt wohl auch den Ostteil der Stadt ein, den die Palästinenser als ihre Hauptstadt beanspruchen.

Eine andere Formulierung wählte Olmert für das Jordantal: „Es ist unmöglich, die Kontrolle über die östlichen Grenzen Israels aufzugeben“, sagte der Ministerpräsident, ohne sich zur Zukunft der kleineren Siedlungen dort zu äußern. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. „Wir gehen auf eine Trennung von den Palästinensern zu“, erklärte er. „Wir gehen darauf zu, eine endgültige Grenze für den Staat Israel festzulegen.“

Verteidigungsminister Schaul Mofas kündigte an, Kadima werde bei einem Wahlsieg im März innerhalb der kommenden zwei Jahre endgültig die Grenzen Israels festlegen. Dies werde zur Not auch ohne Vereinbarungen mit den Palästinensern geschehen, wurde Mofas in der Tageszeitung „Maariv“ zitiert. Israel müsse „auf niemanden warten“, sagte Mofas demnach.

Die israelischen Streitkräfte töteten unterdessen bei einem Luftangriff in Gaza zwei palästinensische Extremisten. Die beiden Führer der militanten Al-Aksa-Märtyrerbrigaden wurden in ihrem Auto getroffen, wie die Streitkräfte mitteilten. Beide hätten mehrfach Raketen auf Israel abgefeuert. In den vergangenen Tagen hat Israel seine Luftangriffe gegen palästinensische Extremisten in dem Gebiet verstärkt und mindestens neun Menschen getötet. Die Al-Aksa-Brigaden kündigten Vergeltung an.

In Nablus im Westjordanland erschossen israelische Soldaten einen gesuchten Kämpfer des Islamischen Dschihads. Zwei Soldaten wurden nach Angaben der Streitkräfte verletzt, als es zu einem Feuergefecht kam.

Nach Raketenangriffen palästinensischer Extremisten flogen die Streitkräfte im nördlichen Gazastreifen einen Luftangriff. Eine Brücke wurde schwer beschädigt, Strom- und Telefonleitungen zerstört. Bei dem jüngsten palästinensischen Angriff schlug am frühen Morgen eine Rakete in der israelischen Stadt Sderot ein, verletzt wurde niemand.

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