Israel räumt letzte Widerstandsnester
Scharon schickt nun Bulldozer in Gazastreifen

Nach der Räumung einer weiteren Hochburg der Rückzugsgegner ist ein rasches Ende des israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen absehbar. Unterdessen hat Israel mit der Zerstörung von Häusern der Siedler begonnen. Die ehemaligen Bewohner müssen sich nun auf ein neues Leben in Israel einrichten.

HB TEL AVIV/NIZAN. Nachdem am Freitag bereits 17 der 21 Siedlungen geräumt oder verlassen waren, rissen Planierraupen in Kerem Azmona im Süden des Gazastreifens erste Bauten ein. Dies bestätigte eine Sprecherin das israelischen Verteidigungsministeriums. Ministerpräsident Ariel Scharon forderte unterdessen die Bestrafung gewalttätiger Demonstranten, die am Vortag vom Dach einer Synagoge in Kfar Darom aus Polizisten attackiert hatten.

Israelische Truppen räumten am Freitag auch die Siedlung Gadid. Sie evakuierten eine besetzte Synagoge und trugen dutzende Protestierer aus dem Gotteshaus, überwiegend angereiste jugendliche Demonstranten. Nach Berichten israelischer Medien verlief die Räumung ohne größere Gewalt. Eine Demonstrantin stürzte vom Dach der Synagoge und wurde verletzt, nachdem sie auf Öl ausgerutscht war, das auf die Polizisten gegossen werden sollte.

Die Truppen hatten das Tor der Siedlung mit einem Bulldozer durchbrochen. Demonstranten setzten als Zeichen des Protests Autoreifen in Brand. Sechs Protestierer wurden festgenommen, bestätigte eine Militärsprecherin. Die Räumungsaktionen der israelischen Sicherheitskräfte wurden wegen des Sabbats - des jüdischen Wochenfeiertags - am Freitagnachmittag unterbrochen.

Nach der Zwangsräumung der Siedlung Gadid haben sich Dutzende israelische Bewohner in palästinensisches Gebiet abgesetzt. Die Menschen seien aus einem Bus geflohen, der sie nach Israel bringen sollte, sagte ein Vertreter des Militärs am Freitag. Die Gruppe halte sich nun in Al-Mauasi auf, einer von Israelis kontrollierten palästinensischen Enklave neben der jüdischen Siedlung Gusch Katif. Den Angaben zufolge wurden zwei der Entflohenen bereits gefasst, nach den anderen wird noch gesucht.

Der gewalttätige Widerstand von Abzugsgegnern bei der Erstürmung der Synagoge in Kfar Darom am Vortag beschäftigte die israelische Öffentlichkeit auch noch am Freitag. Der israelische Generalstaatsanwalt Menachem Masus erwog Anklagen gegen die Randalierer, die sich in und auf der Synagoge verbarrikadiert und Öl, Farben sowie eine ätzende Flüssigkeit auf Sicherheitskräfte gespritzt hatten. Bei den Auseinandersetzungen waren 27 Polizisten, drei Soldaten und 14 Demonstranten verletzt worden. 225 Protestierer waren festgenommen worden.

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