Israel
Regierung billigt Militärschlag gegen Hamas

Nach dem Dauerbeschuss radikaler Palästinensergruppen auf das nahe israelische Grenzgebiet, hat das Sicherheitskabinett unter Vorsitz von Ministerpräsident Ehud Olmert am Freitag eine phasenweise militärische Eskalation gegen die radikalislamische Hamas gebilligt.

HB JERUSALEM/GAZA. Zeitgleich mit den Vorbereitungen für einen Angriff öffnete Israel am Freitag die Grenze zum Gaza-Streifen, um Hilfsgüter für die Bevölkerung in den verarmten Küstenstreifen zu lassen. Auch an der nördlichen Grenze drohte Israel neue Gefahr: Die libanesische Armee machte acht mit Zeitzündern versehene Raketen unschädlich, die auf Israel gerichtet waren.

Parallel zu den Beschlüssen des Sicherheitskabinetts machten führende Politiker aller Parteien in Jerusalem über die Weihnachtstage deutlich, dass sie einen Militäreinsatz wegen des anhaltenden Beschusses auf Dörfer und Städte in Südisrael aus dem Gaza-Streifen für unausweichlich halten. "Wir können keine Situation hinnehmen, in der Hamas weiterhin Israel und seine Bürger angreift", sagte Außenministerin Zipi Livni sagte nach Krisen-Gesprächen in Ägypten. "Genug ist genug." Olmert richtete einen "Appell in letzter Minute" an die rund 1,5 Mio. Bewohner des Gazastreifens und forderte sie auf, die herrschende Hamas zu stürzen. Der unter starkem innenpolitischen Druck zum Handeln stehende Regierungschef wählte dazu ein Interview mit dem in Gaza weithin gesehenen arabischen Fernsehsender "Al Arabija".

Die Menschen in dem Küstenstreifen könnten die Hamas stoppen, die Kinder in Israel töte und Kindergärten und Zivilisten mit Raketen angreife, sagte Olmert. "Dass die Hamas dies im Widerspruch zum Geist des Islam tut, ist der Hauptgrund für Ihr Leiden und das unsere", sagte Olmert. "Ich fordere sie in einem Appell in letzter Minute auf: Stoppen Sie dies. Sie, die Bewohner des Gazastreifens, können das", sagte Olmert. Im Süden Israels waren seit Ende einer brüchigen Waffenruhe vor einer Woche mehr als 200 Raketen und Granaten eingeschlagen. Die Geschosse trafen Wohnhäuser in grenznahen Dörfern und in der Kleinstadt Sderot. Dutzende Menschen mussten mit Schocks in Krankenhäuser eingeliefert werden. Zusätzlich war die Lage in den vergangenen Tagen mit Angriffen auch auf die Küstenstadt Aschkelon eskaliert. Die mehr als 100 000 Einwohner zählende Stadt liegt rund 15 Kilometer nördlich des Küstenstreifens und kann damit nur mit weiterreichenden Raketen angegriffen werden. Ihr Einsatz zieht stets massive Gegenschläge Israels nach sich.

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