Israel-Reise
Gauck warnt vor Krieg mit dem Iran

Deutschland steht im Streit zwischen Israel und dem Iran auf der Seite des jüdischen Staates. Krieg müsse aber verhindert werden, sagt Bundespräsident Gauck. Und er fordert Bewegung in Israels Siedlungspolitik.
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JerusalemBundespräsident Joachim Gauck hat Israel im Konflikt mit dem Iran deutsche Unterstützung zugesichert, aber vor einer kriegerischen Eskalation gewarnt. Vor Journalisten in Jerusalem sagte Gauck während seines Staatsbesuchs am Dienstag: „Ich will nicht in Kriegsszenarien denken.“ Ein Präventivschlag Israels gegen den Iran stehe nach seiner Einschätzung auch nicht unmittelbar bevor. Die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland seien trotz der historischen Belastung enger als je zuvor.

Gauck war gefragt worden, wie er zu der Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel stehe, wonach die Sicherheit Israels zur deutschen „Staatsräson“ gehöre. „Ich will mir nicht jedes Szenario ausdenken“, sagte der Bundespräsident zu einer möglichen militärischen Intervention. Er stellte aber klar: „Deutschland sollte das allerletzte Land sein, das Israel seine Freundschaft und Solidarität aufkündigt.“

Auf einem Staatsbankett am Abend rief Gauck Israel dazu auf, in der umstrittenen Siedlungspolitik Flexibilität zu zeigen. Die Führung der Palästinenser wolle den Frieden, müsse sich aber gegenüber radikalen Kräften behaupten. „Deshalb wünscht mein Land, wünscht die EU sich, und wünsche auch ich mir, dass Israel in der Siedlungspolitik ein Zeichen setzt“, sagte Gauck dem vorab verbreiteten Redetext zufolge.

Der frühere DDR-Pastor Gauck erinnerte in seiner Rede auch daran, dass die DDR Israel bis kurz vor ihrem Ende nicht anerkannt hat. Die deutsche Verantwortung für die Schoah sei von der DDR nicht übernommen worden. „Und so gehört zu dem Glück, das uns mit dem Fall der Berliner Mauer widerfahren ist, auch die Freiheit, sich zu Israel zu bekennen.“

Zum Auftakt seines Staatsbesuchs war Gauck vom israelischen Präsidenten Schimon Peres mit militärischen Ehren empfangen worden. „Israel und Deutschland sind enger verbunden als jemals zuvor“, sagte der Bundespräsident. Israel müsse in Frieden und in gesicherten Grenzen leben können. Dafür seien die Zwei-Staaten-Lösung und die Berücksichtigung der „berechtigten Anliegen des palästinensischen Volkes“ entscheidend, sagte Gauck in einem Interview der Zeitung „Haaretz“.

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  • Gauck war und ist nicht meine Wahl gewesen. Gleichwohl gilt: Ein bisschen zurückhaltender sollten Sie sich
    gegenüber dem deutschen Staatsoberhaupt schon äußern. Er ist nicht nur ein Puppe der jeweiligen Regierung, sondern ein unabhängiges Verfassungsorgan im eigenen Recht. Bezeichnenderweise beginnt die intrigierende Springer Presse, die Gauck nicht schnell genug aufs Schild heben konnte, schon wieder von ihm abzurücken, da er es gewagt hatte in Israel teilweise eigene Akzente zu setzen. Ganz so, sollte es dann doch nicht sein.

  • This guy has no mandate to interfere with the chancellor or the minister of external affairs. He is a ceremonial ribbon cutter and a signer of legislation that he has no influence over. Didn't anybody tell him that before he took the job?

  • Der Bundespräsident äußerte sich besorgt über eine kritischere Haltung vieler Deutscher zum jüdischen Staat….Eine Umfrage hatte kürzlich ergeben, dass 70 Prozent der Deutschen Israel vorwerfen, seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Völker zu verfolgen und 59 Prozent die israelische Politik für aggressiv halten
    (Zitat)
    Immerhin – eine kritische Äußerung – bleibt im Prinzip eine freie Meinungsbildung- und kann nicht unbedingt ein Grund zur Sorge sein- nur weil ein vielleicht begründeter Vorwurf negativ aus welchen Gründen auch immer bezeichnet wurde: „Eine Umfrage hatte kürzlich ergeben, dass 70 Prozent der Deutschen Israel vorwerfen, seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Völker zu verfolgen und 59 Prozent die israelische Politik für aggressiv halten. Abgesehen davon, dass solche Umfragen immer fraglich sind. –irgendwer hatte wohl ein Interesse, genau diese Umfrage Herrn Gauck vorzulegen. Herr Gauck hatte dann aber sehr diplomatisch geantwortet – Was will man mehr?

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