Israel schießt Hisbollah-Drohne ab
Libanon beruft Reservisten ein

Bei einem israelischen Angriff auf einen südlichen Vorort von Libanons Hauptstadt Beirut sind am Montagabend nach Polizeiangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Indes berief der Libanon zur Entlastung regulärer Soldaten bei Stationierung an der Grenze zu Israel Reservisten.

HB BEIRUT. Durch den Angriff in Schijjah sei ein Wohnhaus zerstört worden, teilte die Polizei weiter mit. 24 Menschen hätten Verletzungen erlitten. In den Trümmern suchten Rettungskräfte nach weiteren Verschütteten. Der schiitische Schijjah-Bezirk ist damit erstmals ins Visier der israelischen Armee geraten. Der nahe gelegene Bezirk Haret Hreik, der als Hochburg der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz gilt, war seit Beginn der israelischen Offensive vor knapp vier Wochen hingegen wiederholt Ziel israelischer Angriffe.

Lokale Fernsehsender zeigten Bilder von Helfern, die versuchten, Überlebende aus den Trümmern eines im Vorort Tschiah zerstörten Hauses zu bergen. Über die Art des Angriffs gab es zunächst unterschiedliche Informationen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, Kriegsschiffe hätten vor der Mittelmeerküste Granaten auf die Vororte Beiruts abgefeuert. In anderen Berichten war von einem Luftangriff die Rede.

Vor der Bombardierung von Schijjah waren am Montag bereits 25 Menschen bei israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon und das östliche Bekaa-Tal ums Leben gekommen. Bei Gefechten in der südlibanesischen Stadt Bint Dschbeil wurden nach israelischen Militärangaben zufolge zudem drei israelische Soldaten und fünf Hisbollah-Kämpfer getötet.

Für Verwirrung sorgten indes Angaben des libanesischen Ministerpräsidenten Fuad Siniora, der zunächst von 40 getöteten Zivilisten bei einem Angriff auf das Grenzdorf Hula berichtete. Später korrigierte er diese Angaben aber drastisch nach unten und erklärte, es sei nur eine Person getötet worden.

Die libanesischen Streitkräfte riefen indes am Montag eine nicht näher genannte Zahl Reservisten ein. Der Schritt steht offenbar im Zusammenhang mit der möglichen Stationierung von rund 15 000 Soldaten an der Grenze zu Israel, wie sie Ministerpräsident Fuad Saniora zur Beendigung der Kämpfe zwischen der Hisbollah-Miliz und den israelischen Streitkräften vorgeschlagen hat. Zusätzlich sollen UN-Soldaten stationiert werden, damit Israel seine Truppen im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens abziehen kann.

In einer von der amtlichen Nachrichtenagentur verbreiteten Erklärung der libanesischen Streitkräfte wurden Offiziere und Soldaten, die ihren Dienst vor fünf Jahren abgeschlossen haben, aufgerufen, vom 10. bis 16. August in verschiedenen Wehrbereichen anzutreten. Aus Militärkreisen verlautete, betroffen seien in einer ersten Phase etwa 5 000 reguläre Soldaten, die ihren Dienst vor fünf Jahren beendeten. Später würden nötigenfalls 10 000 Rekruten einberufen, die ihren Pflichtwehrdienst absolviert haben.

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