Israel soll Gefangenen-Liste vorlegen
Gespräche Abbas-Scharon über Gefangenen-Frage

Im Zentrum des noch für den heutigen Sonntag angesetzten Treffens zwischen dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas und seinem israelischen Kollegen Ariel Scharon soll nach Angaben von Abbas die strittige Frage der Freilassung von inhaftierten Palästinensern stehen.

Reuters RAMALLAH. Radikale Palästinenser-Gruppen haben ihren vorläufigen Gewaltverzicht mit der Bedingung verknüpft, dass Israel alle palästinensischen Häftlinge freilässt. Israel will jedoch zunächst nur eine begrenzte Anzahl von Gefangenen freilassen.

Abbas sagte dem arabischen TV-Sender El Dschasira am Sonntag kurz vor dem Treffen, die palästinensische Seite habe Listen mit den Namen von Gefangenen zusammengestellt. Dabei seien alle Kriterien wie Alter, Haftdauer und dergleichen berücksichtigt worden. „Beim heutigen Treffen werden wir erfahren, wie Israel dazu steht“, fügte Abbas hinzu. Von Israel erwarte er nun ebenfalls die Vorlage einer Gefangenen-Liste. Jede Verzögerung auf Seiten Israels werde von den Palästinensern als Zeichen mangelnder Bereitschaft zur Erfüllung der Vorgaben des Friedensplans interpretiert.

Bei dem Treffen - dem vierten mit Scharon seit seiner Amtsübernahme im April - wird Abbas nach palästinensischen Angaben auch erneut darauf dringen, dass Israel den Siedlungsausbau in den besetzten Gebieten stoppt. Die Sitzung am Sonntag soll eine Serie von Spitzengesprächen zur Umsetzung des Nahost-Friedensplans einleiten. Eine zentrale Forderung Israels ist, dass Abbas mit der Entwaffnung und Auflösung der militanten Gruppen beginnt, die von Israel als „terroristische Organisationen“ bezeichnet werden.

Scharon und Abbas Ende werden zudem Ende des Monats zu getrennten Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush in Washington erwartet. Die USA hatten gemeinsam mit der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (Uno) und Russland den Nahost-Fahrplan ausgearbeitet, der für ein Ende der Gewalt in der Region sorgen soll und die Bildung eines Palästinenserstaates bis 2005 vorsieht.

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